03.05.2018, 10:24 Uhr

Geknackte Bankautomaten „Da waren richtige Profis am Werk“


Früher stürmten die Täter in die Bank. Sie hatten Masken auf, bedrohten die Angestellten mit einer Waffe und forderten Geld. Das Risiko, von der Polizei geschnappt zu werden, war groß, die Strafen für bewaffnete Banküberfälle drastisch, die Beute oft gering. Der moderne Banküberfall geht heutzutage anders. So wie am Wochenende in Landshut im Landshut Park. Jetzt sind die Bank-Automaten-Knacker auch in Landshut angekommen,

LANDSHUT Nur noch ein paar Trümmer zeugen am Montagmorgen davon, was hier wenige Stunden zuvor noch vorgefallen ist. Bislang unbekannte Täter haben den Geldautomaten der Sparkasse in dem Einkaufscenter im Landshuter Westen aufgebrochen. Sie hatten sich über das Dach Zutritt verschafft, dafür die Deckenverkleidung durchbrochen. Ein Kripobeamter vor Ort ist sich sicher: „Da waren Profis am Werk“. Pech für die Täter: Es gab nicht mehr viel zu holen.

268-mal haben Langfinger im letzten Jahr in Deutschland versucht, einen Geldautomaten zu knacken bzw. zu sprengen. Der Schaden ist oft gewaltig, die Beute bisweilen hoch. In den letzten Wochen waren Täter vor allem in der Region München und im Nachbarlandkreis Freising unterwegs. In der Nacht auf Montag, 23. April, wurde ein Geldautomat in einem Freisinger Einkaufszentrum in der Münchner Straße aufgebrochen. Auch hier waren die Diebe über das Dach gekommen und hatten die Überwachungskameras mit schwarzer Farbe außer Gefecht gesetzt. Der Schaden lag im fünfstelligen Eurobereich. Im Landshut Park sind die Täter ähnlich abgebrüht vorgegangen. Um an den Automaten zu gelangen, der im Eingangsbereich gegenüber von Kaufland steht, haben sie in der Zeit von Samstag, 20 Uhr, bis Montag, 5.30 Uhr, ein Loch genau über dem Gerät in das Dach des Gebäudes geschnitten und danach die Decke durchbrochen. Anschließend knackten sie in aller Ruhe mit Gewalt den Automaten, um an die Geldkassette zu kommen. Die Beute war allerdings, angesichts des Aufwands, mager. Laut Polizei fiel den Tätern nur ein niedriger dreistelliger Betrag in die Hände, der Schaden liegt bei 5.000 Euro. Die Vorgehensweise spricht dafür, dass die Automatenknacker den Tatort zuvor gut ausgespäht haben.

Fast das gleiche Spiel wie in Freising

Der LA Park war schon einmal Schauplatz eines spektakulären Verbrechens. Im Oktober 2015 waren Einbrecher mit einem Auto in einen Elektromarkt gerast und hatten den Markt geplündert. Abgesehen hatten sie es damals auf Smartphones. Das Tat- und Fluchtauto zündeten sie dann auf einem nahen Pendlerparkplatz an.

Geldautomaten wurden in Niederbayern bislang nur vereinzelt geknackt, zuletzt im April 2017 im Landkreis Freyung-Grafenau. Die Fahndung nach den Tätern, die in Landshut aktiv waren, läuft jetzt auf Hochtouren. Hinweise an die Polizei unter Telefon 0871/9252-0.


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