27.11.2017, 12:58 Uhr

Unbedachte gefährliche Aktion Reifen aufs Gleis gelegt – Polizei sucht Zeugen

Die Folgen eines solchen möglichen Scherzes können gravierend sein. Foto: Bundespolizei  (Foto: Bundespolizei )Die Folgen eines solchen möglichen Scherzes können gravierend sein. Foto: Bundespolizei (Foto: Bundespolizei )

Die Bundespolizei ist am Sonntag gegen 15 Uhr von der Notfallleitstelle der DB AG darüber informiert worden, dass auf der Bahnstrecke Landshut – Regensburg ein Gegenstand liegt. Genauer gesagt lag ein Motorradreifen auf den Schienen. Was zunächst harmlos anmutet, ist durchaus gefährlich, so die Polizei in einem Statement:

ERGOLDSBACH „Gegenstände auf Gleise zu legen, ist kein harmloser Zeitvertreib, sondern ein lebensgefährliches Spiel. Moderne Züge sind schnell, leise und dadurch erst sehr spät zu sehen und hören. Niemand darf sich darauf verlassen, dass er einen herannahenden Zug rechtzeitig bemerkt –zu oft werden Bundespolizisten mit tragischen Unfällen konfrontiert, die genau durch dieses falsche Selbstvertrauen provoziert wurden. Schnelles Anhalten beim Erkennen eines Menschen auf dem Gleis ist für einen Triebfahrzeugführer so gut wie ausgeschlossen: Der Bremsweg auf der Schiene beträgt bis zu 1000 Meter.“

Eine Streife der Bundespolizei Landshut hatte am 26.11. auf Höhe des Bahnkilometers 95,4 in Ergoldsbach einen alten Motorradreifen direkt auf dem Schienenstrang gefunden. Glücklicherweise war bislang noch kein Zug über den Motorradreifen gefahren, dies hätte „unter Umständen zu Beschädigungen am Zug führen können“, so die Bundespolizei.

Auf den Motorradreifen waren zudem zwei Steine gelegt worden. Daher geht die Bundespolizei davon aus, dass Kinder den Motorradreifen mit Steinen auf dem Gleis platziert haben. Anwohner haben von der Aktion nichts bemerkt.

Für Ordnungswidrigkeit droht Bußgeld

Von einem Zug überfahrene Gegenstände wie z.B. Steine bilden scharfkantige Splitter, die „wie bei einer Explosion unkontrolliert umherfliegen und schwere Verletzungen verursachen können. Im schlimmsten Fall können Züge beim Überfahren eines Gegenstandes sogar entgleisen“, so die Polizei.

Die Bundespolizei bittet in ihrer Pressemitteilung alle Eltern, auf Kinder und Jugendliche einzuwirken, sich von den Gleisen fernzuhalten und die Bahnanlagen nicht als Abenteuerspielplatz zu missbrauchen: „Gerade Eisenbahnbrücken sind besonders gefährlich, da hier ein schnelles Verlassen der Gleise bei einem herannahenden Zug oftmals nicht mehr möglich ist.“

Wer sich unbefugt im Gleisbereich aufhält bzw. Gleise an einer nicht dazu vorgesehenen Stelle überschreitet, begibt sich nicht nur in Gefahr, sondern begeht auch eine Ordnungswidrigkeit. Nach der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung kann dies mit 25 Euro Verwarngeld geahndet werden.

Die Bundespolizeiinspektion Passau ermittelt wegen eines gefährlichen Eingriffes in den Schienenverkehr und bittet Zeugen, die Beobachtungen am Sonntag, den 26. November im Bereich des Bahnhofs in Ergoldsbach gemacht haben, sich bei dem Bundespolizeirevier Landshut unter der Telefonnummer 0871 / 96 37 65 - 0 zu melden.


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