04.11.2017, 14:24 Uhr

Haftbefehl gegen Afghanen erlassen Brennende Haftzelle: Scheinbar kein Unfall

JVA Landshut in Berggrub. (Foto:ja)JVA Landshut in Berggrub. (Foto:ja)

Offenbar war es also Brandstiftung: Am Samstag war eine Haftzelle der JVA Landshut völlig ausgebrannt. Gegen den Häftling, einen 28-jährigen afghanischen Staatsbürger, wurde am Dienstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Schwerer Brandstiftung und Fahrlässiger Körperverletzung erlassen. Der Häftling wurde in eine andere JVA verlegt.

LANDSHUT Bei dem Brand waren drei Bedienstete der JVA, der 28-Jährige und ein weiterer JVA-Insasse leicht verletzt worden. Die JVA-Bediensteten und der Tatverdächtige konnten nach kurzer stationärer Behandlung in einem Krankenhaus wieder entlassen werden. Der entstandene Sachschaden wird weiterhin auf ca. 20.000 Euro geschätzt.

Am Donnerstag hat das Polizeipräsidium Niederbayern zudem angemerkt, dass das Alter des Tatverdächtigen versehentlich mit 18 Jahren angegeben worden war. Der Tatverdächtige sei jedoch 28 Jahre alt.

Laut Polizeiangaben ist das Feuer gegen 3.20 Uhr in der Zelle des 28-Jährigen ausgebrochen. Die Matratze hatte Feuer gefangen. „Der Häftling konnte rechtzeitig aus der Haftzelle gebracht werden“, so die Polizei. Aufgrund der Rauchentwicklung wurde ein kompletter Zellentrakt innerhalb der JVA Landshut evakuiert. Ein Großaufgebot von Polizeikräften sollte eine weitergehende Evakuierung von Häftlingen absichern. Eine weitere Räumung war nicht notwendig, weil der Brand zügig unter Kontrolle gebracht werden konnte.

Bei dem Brand erlitten der betroffene Häftling sowie drei Bedienstete der JVA Landshut jeweils eine leichte Rauchgasvergiftung. Ein Häftling stürzte bei der Evakuierung des betroffenen Zellentraktes und erlitt dabei Schürfwunden.

„Der afghanische Häftling verfügte als Raucher über ein eigenes Feuerzeug. Inwieweit die Matratze aufgrund eines Versehens oder beabsichtigt in Brand gesetzt wurde, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen, die vor Ort von der Kripo Landshut übernommen wurden“, so die Polizei in ihrer Erstmeldung.


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