31.03.2020, 11:01 Uhr

Coronavirus Ausgangsbeschränkung – Polizei zieht durchwachsende Wochenend-Bilanz für Niederbayern

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Sommerliche Temperaturen und viel Sonnenschein lockten Niederbayerns Bürgerinnen und Bürger am Wochenende an die frische Luft. Leider musste am Samstag, 28. März, ein erheblicher Anstieg bei den Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkung festgestellt werden.

Straubing. Im Laufe der vergangenen Woche rangierte die Anzahl der Verstöße in ganz Niederbayern meist zwischen 60-70. Bereits am Freitag war ein Anstieg erkennbar, am Samstag wurden mehr als doppelt so viele Verstöße angezeigt.

Mit Unterstützung von Kräften der Bereitschaftspolizei führten die niederbayerischen Polizeidienststellen von Freitag bis Sonntag über 4.000 Kontrollen durch. Täglich waren rund 200 Polizeibeamte zur Überwachung der Allgemeinverfügung im Einsatz. Bei knapp über 1.600 Kontrollen mussten am Freitag 107 Verstöße gegen die Allgemeinverfügung zur Anzeige gebracht werden. Über 600 Kontrollen entfielen auf die Einhaltung der Ausgangsbeschränkung. Hier wurden 105 Verstöße geahndet. Am Samstag war, wie bereits im Vorfeld aufgrund der positiven Wettervorhersage erwartet wurde, ein massiver Anstieg von Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkung zu verzeichnen - mehr als 200 Verstöße bei annähernd gleich gebliebener Kontrollintensität. Räumliche Schwerpunkte konnten in den Bereichen der Polizeiinspektion Deggendorf, Landshut und Straubing ausgemacht werden. Am Sonntag war wieder ein deutlicher Rückgang zu erkennen, dennoch mussten wieder etwa 100 Verstöße geahndet werden.

Auch im gewerblichen Bereich wurden am Wochenende wieder vereinzelt Verstöße registriert. So wurde unter anderem eine Lehrerin aus dem Kreis Regen angezeigt, da sie verbotswidrig persönlichen Nachhilfeunterricht erteilte. Ebenfalls im Landkreis Regen verstieß ein Gastronom gegen die Vorschriften und bewirtete am Freitagabend mehrere Gäste in seiner Gaststätte. In Straubing stellten Beamte fest, dass eine Shisha-Bar in der Nähe des Bahnhofs in Betrieb war.

Durchwachsene Bilanz

Das Fazit zum zweiten Wochenende seit Erlass der Ausgangsbeschränkungen war also eher durchwachsen. Die Polizei zeigt sich wenig erfreut über die Bilanz: „Die Zahlen vom Samstag stimmen uns schon etwas nachdenklich. Wir hatten zwar mit einem leicht erhöhten Anzeigenaufkommen aufgrund des schönen Wetters gerechnet, aber dass sich so viele Menschen über die Regelungen hinwegsetzen, ist in Anbetracht des Ernstes der Lage doch schwer nachzuvollziehen. Der Großteil der Bevölkerung hält sich erfreulicherweise an die Ausgangsbeschränkung. Dass es aber doch so viele unbelehrbare Ausreißer gibt, gefährdet nicht nur deren individuelle Gesundheit, sondern auch das gesamtgesellschaftliche Ziel Infektionsketten zu unterbrechen und die Infektionskurve abzuflachen“, berichtet Polizeisprecher Maximilian Bohms über das vergangene Wochenende.


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