26.02.2020, 13:05 Uhr

Landgericht Regensburg Prozess um Axtangriff – Märchenstunde vor Gericht

Mit einer Axt soll der Angler auf den Fischereiaufseher losgegangen sein. Foto: Eva Volpato/123rf.comMit einer Axt soll der Angler auf den Fischereiaufseher losgegangen sein. Foto: Eva Volpato/123rf.com

Man erlebt ja so einiges vor Gericht – Angeklagte, die sich keiner Schuld bewusst sind, Zeugen, die sich an wenig bis nichts erinnern – und manchmal auch Zeugen, bei denen man sich nicht sicher sein kann, ob sie es gerade mit der Wahrheit so genau nehmen oder nicht vielleicht doch etwas flunkern. Richter Michael Hammer und seine Kammer am Landgericht Regensburg sahen sich vergangene Woche solch einer Situation gegenüber.

Regensburg. Hammer verhandelt immer noch gegen einen Angler, der im Juni 2019 in Kelheim einen Fischereiaufseher mit einer Axt angegriffen haben soll. Um diese Tat dreht es sich aber aktuell nicht – es werden Zeugen gehört, die die Glaubwürdigkeit des Nebenklägers, also des Opfers des Axtangriffes, in Frage stellen sollen. Denn: Der Nebenkläger, so wurde berichtet, lege bei seinen Kontrollen einen herrischen Ton an den Tag. Mehrfach habe es dazu schon Beschwerden gegeben. Am vierten Prozesstag, dem 19. Februar, stritt der Nebenkläger wiederum die Vorwürfe ab. Einige von den Zeugen beschriebene und beanstandete Kontrollen habe es nie gegeben (siehe auch www.wochenblatt.de).

Es wird also noch viel Arbeit für die Kammer, herauszufinden, was hinter den Kontrollen, den Vorwürfen der Fischer untereinander und der angeklagten Tat steckt. Sicher ist in diesem Verfahren offenbar nur eines: Es wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Von wem, das muss nun die Kammer herausfinden ... Und: Selbst wenn sich der Kontrolleur gelegentlich im Ton vergriffen haben sollte, so kann das noch lange kein Grund sein, zum Hackl zu greifen – aber auch zu der Geschichte ist noch nichts sicher ....


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