11.06.2019, 13:01 Uhr

Arbeitsreiche Nacht Über 700 Unwettereinsätze mussten durch die Integrierte Leitstelle München koordiniert werden

Unwetter an der Würm. (Foto: Berufsfeuerwehr München)Unwetter an der Würm. (Foto: Berufsfeuerwehr München)

Am Abend des Pfingstmontags, 10. Juni, ist die Feuerwehr in München zu unzähligen Unwetterschäden gerufen worden. Über 700 Unwettereinsätze wurden von der Integrierten Leitstelle aufgenommen. Die Einsatzkräfte arbeiteten die Einsätze bis tief in die Nacht ab. Seit Dienstagmorgen laufen die Nacharbeiten.

MÜNCHEN Starkregen, Sturm und Hagelkörner mit bis zu vier Zentimeter Durchmesser haben in der Stadt erhebliche Schäden angerichtet. In den westlichen Stadtteilen waren teilweise die Fahrbahnen nicht mehr zu erkennen: Sie waren vollständig von Laub bedeckt bzw. standen völlig unter Wasser.

Die Feuerwehr wurde zu Einsätzen gerufen, bei denen zuerst Hagelkörner die Fenster einschlugen und im Anschluss der Regen Wohnungen volllaufen ließ. Umgefallene Bäume haben Fahrzeuge, Gebäude und auch Versorgungsleitungen der Deutschen Bahn beschädigt. Laub verstopfte die Kanaldeckel, was zu überfluteten Fahrbahnen und Unterführungen führte. Um etwa 22 Uhr drohte ein Damm an der Würm zu brechen. Durch querliegende Bäume an einem Wehr hatte sich die Würm zurückgestaut und drohte nördlich der Verdistraße über die Ufer zu laufen (siehe Foto). Das konnte die Feuerwehr durch den Einsatz von Sandsäcken gerade noch verhindern.

Die östlichen Stadtteile blieben vom Hagel verschont, hier musste die Feuerwehr jedoch ein durch den Wind gelockertes, acht Stockwerke hohes Gerüst sichern. Im Hasenbergl lief der Regen in eine Tiefgarage und ließ das Wasser auf rund 4.000 Quadratmetern Fläche etwa 30 Zentimeter hoch ansteigen. Hier rückte die Feuerwehr mit speziellen Pumpen an. Dennoch dauerte es sechs Stunden, bis das Wasser abgepumpt war.

Auch die Einsatzfahrzeuge blieben nicht verschont. In Pasing beschädigte der Hagel ein Löschfahrzeug, ein Notarzteinsatzfahrzeug und die Windschutzscheiben von zwei Rettungswagen.

380 Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr München waren ebenso im Einsatz wie 250 Beamtinnen und Beamte der Berufsfeuerwehr.


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