22.01.2019, 14:06 Uhr

Landgericht Regensburg Partygast erstochen? 49-Jähriger steht wegen Mordes vor Gericht

(Foto: vb)(Foto: vb)

„Es werden keine Angaben zur Sache gemacht“, stellt der Verteidiger des 49-Jährigen gleich zu Beginn der Verhandlung klar. Sein Mandant, ein 49-jähriger Pole, steht seit Dienstag, 22. Januar, vor dem Regensburger Landgericht. Er soll Ende Mai 2018 einen Gast auf seiner eigenen Party erstochen haben.

REGENSBURG Es war der 27. Mai 2018. Der Angeklagte veranstaltete mit seiner Lebensgefährtin eine kleine Party in der gemeinsamen Wohnung in Neustadt an der Donau. Nachdem einige Gäste bereits gegangen waren, waren gegen zwei Uhr morgens nur noch das Paar und zwei weitere Gäste übrig. Sie aßen, tranken Alkohol und tanzten. Irgendwann an diesem Abend führten der Angeklagte und der letzte verbliebene männliche Gast in einem Nebenzimmer ein Gespräch unter vier Augen. Der Gast soll dem 49-Jährigen dabei eröffnet haben, dass er den Auftrag habe, ihn und die beiden anwesenden Frauen zu töten.

Später an diesem Abend, gegen 3 Uhr morgens, setzte sich der Gast auf einen Hocker im Wohnzimmer, um auf dem Couchtisch ein aufgewärmtes Hähnchenschnitzel zu essen. Das war der Moment, indem ihm der Angeklagte von hinten mit einem Messer in die rechte Seite des Halses gestochen haben soll. Der Mann verstarb innerhalb weniger Minuten.

Am ersten Verhandlungstag trat ein 26-jähriger Polizeibeamter in den Zeugenstand. Er erklärte, wie er den Abend erlebte. Der 26-Jährige war mit einem Kollegen unterwegs, als sie zum Tatort gerufen wurden. „Wir wussten nur, dass eine Person verletzt und dass ein Messer im Spiel ist“, so der Polizist. Sie machten sich auf den Weg zur Wohnung in Neustadt an der Donau. „Eine Frau mit einem blutverschmierten Nachthemd hat uns empfangen“, schildert der 26-Jährige. Die Frau führte die Polizisten hinauf in die Wohnung, vorbei an dem Angeklagten, der auf einem Hocker im Flur saß.

Im Wohnzimmer sahen sie die Lebensgefährtin des Angeklagten, die neben dem Opfer auf dem Boden kniete. Als der Polizist die Vitalzeichen des Mannes prüfen wollte, stellte er allerdings schnell fest, dass er bereits tot war. „Die Frau im Nachthemd sprach von einem Unfall“, erklärte der 26-Jährige. Angeblich sei der Mann beim Tanzen gestürzt und in das Messer gefallen. „Alle Anwesenden haben erheblich alkoholisiert gewirkt“, führte der Polizist weiter aus. Obwohl zunächst von einem Unfall die Rede war, wurde der Angeklagte zwei Tage später festgenommen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird am Freitag, 8. Februar, erwartet.


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