27.08.2018, 20:23 Uhr

Ricarda Civerny folgt auf Franz Ramler Abensbergs Polizeiwache wird künftig von einer Frau geführt


Nach rund zwölf Jahren als Kontaktbeamter wurde Polizeihauptkommissar Franz Ramler Ende August von Erich Banczyk, Erster Polizeihauptkommissar, in den Ruhestand verabschiedet. Der offiziellen Verabschiedung bei der Polizeiinspektion Kelheim voraus ging einige Tage vorher ein Treffen mit dem Bürgermeister der Stadt Abensberg, Dr. Uwe Brandl, bei dem Ramlers Nachfolgerin vorgestellt wurde

ABENSBERG Polizeioberkommissarin Ricarda Civerny ist ab sofort Kontaktbeamtin und nun täglich in Abensberg im Einsatz. Banczyk und Brandl erinnerten daran, dass die Abensberger Polizeiwache anfangs nur drei mal zwei Stunden pro Woche besetzt war, dies aber bald nicht mehr ausreichte. „Ein Brückenkopf macht da Sinn, wo mehr los ist“, so Brandl, der sich bereits als Vizepräsident des Bayerischem Gemeindetages um die Polizei in der Fläche stark gemacht hatte. Das bestätigte auch Ramler: „Lokale mit langen Öffnungszeiten, große Feste und Veranstaltungen, das fordert die Polizei.“ Sowohl die Verantwortlichen als auch der Ruheständler blickten zufrieden auf die gemeinsame Arbeit zurück.

„Wohl gefühlt“ hat sich Ramler in und mit der Stadt Abensberg; die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sei „von Anfang an gut“ gewesen, eine „Win-Win-Situation für alle“, so der scheidende Beamte. „Ich gehe schon mit einem weinenden Auge, aber wenn die neuen Kollegen jünger sind als deine Kinder, dann ist es an der Zeit.“ Die Polizeiwache Abensberg wurde 1995 eingerichtet, 2006 wurde sie von Ramler besetzt. In den letzten neun Jahren wurden 4.194 Vorgänge von ihm bearbeitet, und das „auch mit der manchmal nötigen Gelassenheit“, so Brandl anerkennend. Zu Ramlers Nachfolgerin sagte er, beim Neubau des Rathauses werde die Polizeiwache wieder mit einziehen, und „wir bemühen uns, dass Sie bei uns gut unterkommen“. Sie ist aktuell in der Münchener Straße angesiedelt, direkt neben der derzeit als Verwaltungsgebäude genutzten Hausnummer 14.

Ramler begann 1976 beim BGS und wechselte 1984 zur bayerischen Polizei. Banczyk: „Ein erfahrener und routinierter Mitarbeiter, der auf sich alleine gestellt einen mitunter enormen Arbeitsanfall zu bewältigen hatte und diesen stets souverän und zur vollen Zufriedenheit erledigte.“ Sein „freundliches Wesen“ und seine „offene Art“ seien ausschlaggebend für sein hohes Ansehen in Abensberg.

Ricarda Civerny wurde in Grafenau geboren, wuchs aber in Kelheim auf. Sie ist seit 1991 bei der Polizei, seit 2003 in Kelheim. Mit Ramler hat sie in den letzten Wochen und Monaten verstärkt zusammen gearbeitet und die Polizeiwache bereits vertretungsweise geführt. Banczyk: „Sie ist sehr erfahren und bestens vertraut mit den örtlichen Gegebenheiten.“ Er gratulierte gemeinsam mit Dr. Brandl der „ersten Frau in Abensbergs Polizeiwache“. Sie ist überhaupt die erste Frau, die die Leitung einer Polizeiwache im Gebiet der PI Kelheim übernimmt. Polizeioberkommissarin Civerny freute sich über das in sie gesetzte Vertrauen – auch über die Blumen, die ihr überreicht wurden.

Blumen erhielt zwei Tage später auch Veronika Ramler – aus den Händen von Banczyk, als die Verabschiedung ihres Gatten bei der Polizeiinspektion Kelheim anstand. „Für die Entbehrungen, die man als Ehefrau eines Polizisten in Kauf nehmen muss“, so Banczyk an Franz Ramlers Ehefrau, die bei der Verabschiedung im Kreis der Kollegen mit dabei war; ebenso eingeladen war Bürgermeister Dr. Brandl, den Banczyk auch in seinen Funktionen als Präsident des Bayerischen Gemeindetages und als Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes herzlich begrüßte, ebenso wie Kollegen und ehemalige Weggefährten von Ramler, die zahlreich erschienen waren. „Wir hatten einen immer hilfsbereiten, kollegialen und kompetenten Ansprechpartner“, so Banczyk über den scheidenden Kollegen. Er habe viele Ermittlungen mit „Abensberger Detail- und Hintergrundwissen“ erleichtert und ein großes Arbeitspensum“ erledigt. Er dankte ihm nochmals herzlich und wünschte ihm „vor allem beste Gesundheit und persönliches Wohlergehen“. Trotz aller Freude über die nun anstehende ruhigere Phase in seinem Leben war es Franz Ramler doch auch anzumerken, dass er seine Kollegen, seine PI und auch die Abensberger vermissen wird.


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