05.04.2018, 14:03 Uhr

Polizeiliche Kriminalstatistik Die PI Geisenfeld zieht Bilanz über 2017 – Anzahl der Straftaten bei hoher Aufklärungsquote leicht rückläufig

(Foto: Marcel Mayer)(Foto: Marcel Mayer)

Die Gesamtzahl der im Jahr 2017 im Bereich der Polizeiinspektion Geisenfeld statistisch erfassten Straftaten beläuft sich auf 1.785 Fälle. Im Gegensatz zum Vorjahr bedeutet dies einen leichten Rückgang um 1,5 Prozent und liegt damit sowohl im präsidial- als auch bayernweiten Trend.

GEISENFELD/LANDKREIS PFAFFENHOFEN AN DER ILM Besonders erfreulich ist die überaus hohe Aufklärungsquote von 73,2 Prozent (Vorjahr 66,9), wenngleich dieser hohe Wert unter anderem auf die Aufklärung einer Betrugsserie zurückzuführen ist. Im präsidialweiten Schnitt liegt die Aufklärungsquote bei 66,5 Prozent (Bayern 64,4).

Die Kriminalitätsbelastung, die sich in einer sogenannten Häufigkeitszahl widerspiegelt, liegt im Bereich der Polizeiinspektion Geisenfeld mit einem Wert von 3.652 (Vorjahr 3.758) deutlich niedriger als im bayernweiten Vergleich. Hier liegt der Wert bei 4533 (Vorjahr 4785) Straftaten pro 100.000 Einwohner. Aufgeteilt auf die Gemeinden ergeben sich folgende Werte: Baar Ebenhausen 3.029, Ernsgaden 2.556, Geisenfeld 4.106, Münchsmünster 2.214, Reichertshofen 2.966, Vohburg 2.568, Wolnzach 5.300. Sicherste Gemeinde im Zuständigkeitsbereich ist somit wie bereits im Vorjahr die Gemeinde Münchsmünster mit 67 registrierten Fällen.

Bei der Unterscheidung der Deliktsarten liegen die Vermögensdelikte mit 473 registrierten Fällen (Vorjahr 308) an vorderster Stelle. Darunter fallen alle Arten von Betrügereien, wobei die Fälle der Internetkriminalität immer mehr zunehmen. Die 53-prozentige Steigerung gegenüber dem Vorjahr ergibt sich auch aufgrund der vorgenannten Betrugsserie.

An zweiter Stelle stehen die sogenannten Rohheitsdelikte, worunter unter anderem Fälle von Raub und Körperverletzungen subsumiert werden. So wurden im Jahr 2017 insgesamt 254 Körperverletzungen (Vorjahr 302) registriert. Auch wenn dies erfreulicherweise einen Rückgang von knapp 16 Prozent entspricht, bleibt festzuhalten, dass der Anteil von gefährlichen Körperverletzungen überproportional zunimmt. Als Rohheitsdelikte sind auch 3 Raubfälle erfasst.

Ein am 6. Oktober begangenes Tötungsdelikt in Geisenfeld, bei dem eine 57-jährige Frau ihren 47-jährigen Lebensgefährten aus Eifersucht mit kochendem Wasser überschüttete und der Mann später aufgrund der erlittenen Verbrühungen verstarb, ist in diesem Deliktsfeld der einzige Fall.

Bei den Diebstahlsdelikten ist erfreulicherweise ebenfalls ein deutlicher Rückgang von 414 auf 340 Fällen festzustellen, was einen Wert von 17,9 Prozent entspricht. Insbesondere im Bereich der Wohnungseinbrüche hat sich die Anzahl der Fälle von 41 auf nunmehr 21 fast halbiert. Auch konnte die Aufklärungsquote bei den Wohnungseinbrüchen von 7,3 auf 23,8 Prozent stark verbessert werden. Bei den Fahrraddiebstählen hingegen ist ein leichter Anstieg um 15,9 Prozent von 44 auf 51 Fälle zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich ist eher gering und liegt bei rund 10 Prozent.

Im Deliktsfeld der Rauschgiftkriminalität hat die Polizeiinspektion Geisenfeld 104 Fälle und damit um 28,8 Prozent weniger zu verzeichnen. Wie auch im Bezugsjahr 2016 handelt es sich bei fast allen Fällen um den Besitz, Erwerb oder Handel von Cannabisprodukten. Harte Drogen spielen im Inspektionsbereich keine Rolle.

Insgesamt konnten 889 (Vorjahr 996) Personen als Tatverdächtige ermittelt werden. Davon waren 710 (79,9 Prozent) männlich und 179 (20,1 Prozent) weiblich. Mit 259 Tatverdächtigen ohne deutschen Pass liegt deren Anteil bei 29,1 Prozent und damit im Vergleich zum Vorjahr bei nahezu gleichem Verhältnis (Vorjahr 28,8 Prozent). Die Anzahl der registrierten tatverdächtigen Zuwanderer liegt bei 8,8 Prozent und damit gemessen am Bevölkerungsanteil überproportional hoch. Zu berücksichtigen ist aber, dass fast zwei Drittel der von den Zuwanderern begangenen 64 Straftaten zwischen dieser Gruppe selbst und innerhalb Asylbewerberheimen begangen werden. Zudem ist die Anzahl der Straftaten von Zuwanderern zum Jahr 2016 um 13,5 Prozent rückläufig.

Der Anteil der Jugendlichen stieg in 2017 leicht an. Die Beteiligung der registrierten Tatverdächtigen im Alter zwischen 14 und unter 18 Jahren beträgt 8,7 Prozent (Vorjahr 7,8 Prozent).


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