29.11.2018, 10:57 Uhr

Bundespolizei am Flughafen erfolgreich Mit gefälschten Dokumenten in ein neues Leben

An den Ein- und Ausreisekontrollstellen am Münchner Flughafen ziehen Bundespolizisten fast täglich Reisende mit gefälschten Dokumenten aus dem Verkehr. (Foto: Alexandra Stolze)An den Ein- und Ausreisekontrollstellen am Münchner Flughafen ziehen Bundespolizisten fast täglich Reisende mit gefälschten Dokumenten aus dem Verkehr. (Foto: Alexandra Stolze)

Das georgische Ehepaar war auf dem Weg nach London. Bei der Passkontrolle am Flughafen München legten der 37-Jährige und die 33-Jährige griechische Reisepässe vor.

FLUGHAFEN Sie lebte schon seit Jahren in Griechenland, arbeitete dort als Haushaltshilfe. Er hatte in Georgien eine Firma. Jetzt wollten beide nach England, weil sie sich weder in Georgien noch in Griechenland sicher fühlten. Nachdem die beiden Georgier vor ein paar Tagen von Griechenland nach Deutschland geflogen waren, waren sie jetzt im Erdinger Moos mit gefälschten griechischen Dokumenten auf dem Weg nach London aufgeflogen. Bundespolizisten im Terminal 1 haben den 37-Jährigen und seine 33-jährige Ehefrau gestern (28. November) bei der Ausreisekontrolle aus dem Verkehr gezogen.

Das georgische Ehepaar war auf dem Weg nach London. Bei der Passkontrolle am Flughafen München legten der 37-Jährige und die 33-Jährige griechische Reisepässe vor. Bundespolizisten überprüften die Dokumente und die vermeintlichen Griechen. Schnell fanden die Beamten heraus, dass die Ausweise gefälscht waren. Die Grenzpolizisten nahmen die falschen Hellenen mit zur Wache und zeigten sie wegen des Verdachts der Urkundenfälschung an.

In der Vernehmung waren die Beschuldigten dann auch gleich geständig.

Die Frau erzählte den Beamten, sie lebe und arbeite seit mehreren Jahren ohne Aufenthalts- oder gar Arbeitserlaubnis in Griechenland, verdiene dort ihre Brötchen als Haushaltshilfe für eine ältere Dame. Weil Ihr Mann erst in der Heimat und später auch in Griechenland Probleme mit Landsleuten bekommen habe und um sein Leben fürchten müsse, seien sie auf die Idee gekommen, sich weit weg von Georgien und Griechenland in Großbritannien in Sicherheit zu bringen. Die gefälschten Dokumente habe ihr Mann besorgt.

Der Mann gab zu Protokoll, er habe in seiner Heimat zusammen mit einem anderen Mann ein Möbelgeschäft betrieben. Als der Geschäftspartner ihn dann betrogen und er diesen zur Rede gestellt habe, sei die Sache eskaliert. Der Andere habe ihn mit einem Messer bedroht. Seither lebe er in Angst um sein Leben, weil sein ehemaliger Geschäftspartner überallhin zu gute Beziehungen habe, auch zur Polizei. Deshalb habe er sich auch nicht an die Ordnungshüter wenden können. Also sei er im September dieses Jahres zu seiner Partnerin nach Griechenland geflohen. Allerdings gebe es auch in dem Land an der Ägäis eine georgische Community, zu der sein ehemaliger Geschäftspartner gute Beziehungen pflege. So sei er auch dort mit dem Tode bedroht worden und habe sich daher entschieden, auch dieses Land zu verlassen. Nachdem er erfahren habe, dass man als Georgier in Großbritannien gut leben könne, habe er sich schließlich an einen Rechtsanwalt gewandt. Diesen habe er auf der Straße getroffen. Der Jurist habe ihm gesagt, er solle sich keine Sorgen machen und ihm gegen ein Entgelt von 2.000 Euro die beiden griechischen Reisepässe besorgt. Die Pässe in der Tasche habe er sich zusammen mit seiner Frau vor drei bis vier Tagen erst auf den Weg nach Stuttgart zu Verwandten gemacht.

Von der Schwabenmetropole war es nach Aussage der beiden Beschuldigten dann weiter nach München zu Verwandten der 33-Jährigen und von dort tags darauf mit Ziel London zum Flughafen im Erdinger Moos gegangen. Hier endete die Reise schließlich vorerst in den Fängen der Bundespolizei.

Aus der Reise auf die britische Insel wird es nichts werden. Mit einer Strafanzeige wegen Urkundenfälschung im Gepäck müssen die beiden Georgier die Bundesrepublik nun wieder verlassen.


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