28.12.2017, 13:35 Uhr

Nach Ehestreit auf der Flucht Polizisten verhindern Kindesentführung

Einer der vielen Gründe für die Bundespolizei, Passkontrollen am Münchner Flughafen durchzuführen, ist auch das Verhindern von Kindesentziehungen. Hier ist wie in vielen anderen Fällen der Riecher der Bundespolizisten oft die buchstäblich letzte Rettung. (Foto: Bundespolizei)Einer der vielen Gründe für die Bundespolizei, Passkontrollen am Münchner Flughafen durchzuführen, ist auch das Verhindern von Kindesentziehungen. Hier ist wie in vielen anderen Fällen der Riecher der Bundespolizisten oft die buchstäblich letzte Rettung. (Foto: Bundespolizei)

Er hatte Streit mit seiner Ehefrau, ein Bundespolizist im Erdinger Moos den richtigen Riecher.

FLUGHHAFEN Ein 43-Jähriger wollte sich offensichtlich mit seinen beiden Kindern in sein Geburtsland absetzen.

Einzig dem Spürsinn eines Bundespolizisten ist es geschuldet, dass der gebürtige Algerier das Kleinkind und den Säugling nicht ins Ausland verschleppen und die Mutter ihre Kinder wenige Stunden später wieder in die Arme schließen konnte.

Der Beamte stoppte den Deutschen, als er mit seinem Sohn und seiner Tochter die grenzpolizeiliche Ausreisekontrolle des Fluges nach Istanbul durchlaufen musste.

Ein Bundespolizeibeamter zog den 43-Jährigen aus dem Verkehr, als der im Begriff war, mit dem zweijährigen Mädchen und dem sieben Monate alten Jungen über die Türkei in sein nordafrikanisches Geburtsland zu fliegen.

Kurz vor dem Einstieg in das Flugzeug, das den Augsburger und seine Kinder weg von der Kindsmutter bringen sollte, beendete der Bundespolizist die Reise.

Vom Grenzpolizisten zu den Reiseumständen befragt, erzählte der gebürtige Nordafrikaner von einer Urlaubsreise mit den Kleinen und von einer ans Bett gefesselten Kindsmutter.

Seine Frau habe den Familienurlaub krankheitsbedingt kurzfristig absagen müssen, sei so schwer krank, dass sie nicht einmal telefonieren könne.

Auch ihre Einverständnis zu seiner Reise mit den Kindern habe sie nicht schriftlich fixieren können. Spätestens jetzt war der Beamte sich fast schon sicher, dass hier etwas nicht stimmen konnte. Also bat er den Reisenden auf die Wache und von dort aus telefonisch die Kollegen der Polizeiinspektion am Wohnort der Familie um Hilfe.

Die Bestätigung des Verdachts, dass die beiden Kleinkinder ohne Wissen der Mutter reisen sollten, kam prompt.

Nachdem die Augsburger Polizisten an der Tür der Kindsmutter klopften, fanden sie diese bei bester Gesundheit und nichtsahnend ob der vermeintlichen Urlaubsreise.

Die junge Frau erklärte den Polizisten vor Ort auch gleich, dass sie in keinster Weise mit dem Vorhaben ihres Gatten einverstanden sei. Ihr Ehemann habe sich nach einem Streit die Kinder geschnappt und die Wohnung verlassen. Sie habe nicht damit gerechnet, dass er mit ihnen ins Ausland fliehen könnte.

Die Informationen der Augsburger Kollegen nahmen die Bundespolizisten im Erdinger Moos zum Anlass, dem 43-Jährigen die Ausreise zu untersagen und die Kinder in Schutzgewahrsam zu nehmen. So konnte die junge Mutter ihre Sprösslinge noch am selben Abend wieder in die Arme schließen. Sie sei überglücklich, dass die Bundespolizisten die Kindesentziehung verhindert haben, wolle aber keinen Strafantrag gegen ihren Mann stellen.


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