30.11.2017, 09:48 Uhr

Zollfahnder erfolgreich Über den Airport in den Knast

(Foto: Klaus Kindermann)(Foto: Klaus Kindermann)

Zoll und Bundespolizei haben am Flughafen München einen Ghanaer mit gefälschten Dokumenten aus dem Verkehr gezogen.

FLUGHAFEN Der Mann kam aus Italien und gab sich als in Norwegen lebender Flüchtling aus.

Zollbeamte kontrollierten den Reisenden am Ankunftsgate des Fluges aus Mailand, eigentlich auf der Suche nach Schmuggelware und Drogen.

Da den Beamten Manipulationen an dem norwegischen Traveldocument – eine Art Reisepass für Flüchtlinge – des Mannes auffielen, baten sie Spezialisten der Bundespolizei um Unterstützung.

Diese fanden heraus, dass das Dokument komplett gefälscht war. Außerdem sollten die Bundesbeamten bei dem Afrikaner noch einen gefälschten norwegischen Ausweis finden.

Also nahmen die Bundespolizisten den Westafrikaner mit zur Wache.

Bei der dortigen Vernehmung erzählte der 26-Jährige den Grenzpolizisten, dass er in Mailand auf der Straße lebe.

Dort habe er auch einen Gambier getroffen, dem er seine Situation und seinen Wunsch, in Deutschland Asyl zu beantragen, geschildert habe.

Daraufhin habe der Unbekannte ihm – anscheinend aus Mitleid – völlig kostenlos die Dokumente und ein Flugticket nach München besorgt.

Wie in solchen Fällen vorgesehen, nahmen Bundespolizisten die Fingerabdrücke des Ghanaers und glichen sie mit der europaweiten Fingerabdruckdatenbank ab.

Dabei stellte sich heraus, dass der 26-Jährige bereits in Italien einen Asylantrag gestellt hatte.

Dies tat er auch jetzt in Deutschland wieder. Weil eine Asyl-Doppelbeantragung in Europa aber nicht vorgesehen ist, darf der Afrikaner nicht bleiben.

Um seine Rückreise nach Norditalien zu sichern, haben die Bundespolizisten beim Erdinger Amtsgericht einen Abschiebehaftantrag gestellt.

Der dortige Haftrichter schickte den Festgenommenen direkt von Erding in die Abschiebehaftanstalt in Eichstätt, wo der 26-Jährige jetzt auf seinen Rückflug nach Mailand warten muss.

Diesen wird er mit einer Strafanzeige wegen Urkundenfälschung, unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthalts im Gepäck antreten.


0 Kommentare