17.12.2020, 13:45 Uhr

Großrazzia! Umweltvergehen erster Güte?

Wurde asbesthaltiger Abfall falsch gelagert und entsorgt? Dies ist nur einer von zahlreichen Vorwürfen, die einem Entsorger im Landkreis zur Last gelegt werden...  F.: Symbolfoto 123rfWurde asbesthaltiger Abfall falsch gelagert und entsorgt? Dies ist nur einer von zahlreichen Vorwürfen, die einem Entsorger im Landkreis zur Last gelegt werden... F.: Symbolfoto 123rf

Einem Entsorgungsbetrieb im Landkreis Erding werden etliche Umweltvergehen zur Last gelegt. 100 Einsatzkräfte ermittelten bei der Großrazzia.

Lkrs. Erding. Passierten in einem großen Entsorgungsbetrieb im Landkreis Umweltvergehen im großen Stil?

Wie Ludwig Waldinger, stv. Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landeskriminalamts, dem wochenblatt gegenüber bestätigte, kam es in der Firma zu einer Großrazzia mit 100 Ermittlern, darunter auch externe Gutachter und Kriminaltechniker.

Wurden Umweltauflagen massiv missachtet?

Die Ermittler werfen dem Entsorgungsunternehmen vor, jahrelang asbesthaltigen Abfall, Klärschlamm und belastetes Altholz falsch gelagert oder entsorgt haben.

Ab dem gestrigen Mittwoch, 16. Dezember, 8 Uhr untersuchten die Einsatzkräfte unter Leitung der Staatsanwaltschaft Landshut bei der Großrazzia in der Firma in Eitting im Landkreis Erding sowohl das Betriebsgelände, die Büros sowie Wohnungen. Die betroffene Firma soll diverse Umweltstraftaten wie unter anderem falsche Lagerung und Entsorgung von asbesthaltigen Abfällen, Klärschlamm und belastetem Altholz begangen haben. Weiter sollen möglicherweise Entsorgungsanlagen nicht ordnungsgemäß genutzt und Kapazitäten überschritten worden sein. Auch mögliche Verstöße gegen die Immissionschutzgesetze Luft und Boden stehen im Raum.

Mit monatelangen Ermittlungen ist zu rechnen

Die Ermittlungen gegen die Betreiber des Unternehmens zu den diversen im Raum stehenden Umweltstraftaten werden sich nach Auskunft des LKA-Sprechers Ludwig Waldinger aufgrund des umfangreichen Materials äußerst umfangreich und aufwändig darstellen. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel werde sich wohl über Monate hinziehen. Dabei sei auch zu klären, ob möglicherweise Anlagen ohne Genehmigung errichtet worden seien. Es bestehe auch der Verdacht, dass Betriebsmitarbeiter aufgrund der Auflagenmissachtungen gesundheitlich gefährdet worden sein könnten. Ebenso könne ein umliegender Bach verunreinigt worden sein. − cb –