05.03.2019, 15:55 Uhr

Kolumbianerin fälschte Dokumente Deutlich teurer als ein echtes Visum

Bundespolizisten am Flughafen kontrollieren täglich die Reisedokumente von etwa 46.000 Passagieren auf Echtheit und Gültigkeit. Dabei ziehen sie regelmäßig Reisende mit gefälschten oder mit Dokumenten anderer aus dem Verkehr. Manche manipulieren offenbar gedankenlos an ihren Dokumenten und werden erst bei einer (bundes)polizeilichen Kontrolle auf die Tragweite ihres Tuns aufmerksam gemacht. (Foto: Bundespolizei)Bundespolizisten am Flughafen kontrollieren täglich die Reisedokumente von etwa 46.000 Passagieren auf Echtheit und Gültigkeit. Dabei ziehen sie regelmäßig Reisende mit gefälschten oder mit Dokumenten anderer aus dem Verkehr. Manche manipulieren offenbar gedankenlos an ihren Dokumenten und werden erst bei einer (bundes)polizeilichen Kontrolle auf die Tragweite ihres Tuns aufmerksam gemacht. (Foto: Bundespolizei)

38-Jährige musste nach Hause zurückfliegen

FLUGHAFEN Sie habe sich nur das Visum sparen wollen: Wenn man den Aussagen einer 38-jährigen Kolumbianerin Glauben schenken mag, wollte sie sich einfach nur den Weg zur Botschaft sparen. Die Frau war am Montag, 4. März, auf dem Weg von San Francisco über München nach Verona. Als sie in München die Einreisekontrolle durchlaufen musste, fielen einer Bundespolizistin im Reisepass der Südamerikanerin Manipulationen an den Grenzkontrollstempelabdrücken auf. Letztendlich wurde aus der Italienreise nichts, und die Frau musste mit einer Strafanzeige im Gepäck die Heimreise antreten.

So war zum Beispiel bei Stempelabdrücken aus dem Jahr 2018 vermutlich die Rasierklinge angesetzt und kurzerhand aus einer Acht eine Drei geworden. Im Ergebnis war dadurch ein Aufenthalt der Kolumbianerin vom September bis November 2018 um fünf Jahre „vorverlegt“ worden. In der Vernehmung gab die IT-Managerin auch gleich alles zu, sprach von einer Dummheit. Sie wisse, dass sie als Kolumbianerin sich nur drei Monate pro Halbjahr im Schengengebiet aufhalten darf und sie durch den Aufenthalt Ende des Vorjahres erst wieder in ein paar Monaten nach Europa reisen hätte dürfen. Die Alternative wäre ein Gang zur Botschaft eines Schengenmitgliedstaates gewesen. Diesen Gang aber habe sie sich sparen wollen und deshalb ihren letzten Aufenthalt im Schengengebiet anders terminiert. Ihr Freund sei Italiener, daher sei sie oft in Italien. Auch jetzt habe sie nur den Mann ihres Herzens besuchen wollen.

Da Stempelabdrücke in Reisedokumenten als Urkunde anzusehen sind, zeigten die Bundespolizisten die 38-Jährige wegen Urkundenfälschung und des Versuchs der unerlaubten Einreise an. Anstatt in den Armen ihres Geliebten musste die Missetäterin eine Nacht bei der Bundespolizei verbringen, bevor die Beamten sie am nächsten Morgen zurück in ihr Heimatland schickten. Außerdem musste sie vor dem Einstieg ins Flugzeug noch eintausend Euro aus ihrer Reisekasse zur Sicherung des Strafverfahrens bei den Beamten hinterlegen.