16.02.2019, 10:45 Uhr

Asylsuchende versuchen alles Bleiben – und sei es auf Biegen und Brechen

(Foto: Jiri Hera/123rf.com)(Foto: Jiri Hera/123rf.com)

Zwei Personen schafften es, ihre Abschiebung aus Deutschland hinauszuzögern

ERDING Asylsuchende scheinen oft partout nicht glauben zu wollen, dass an ihrer Abschiebung aus Deutschland nichts zu ändern ist. Somit unternehmen sie alles mögliche, um an ihrem Aufenthalt in Deutschland festhalten zu können:

Am Donnerstagnachmittag, 14. Februar, fanden beim Amtsgericht Erding mehrere Haftbefehlseröffnungen statt.

Zum einen war ein 20-jähriger Nigerianer vorgeführt worden, gegen den ein durch die Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Erding ein Haftbefehl erlassen worden war. Der Beschuldigte sollte tags zuvor, am 13. Februar, vom Flughafen München aus auf dem Luftweg nach Italien abgeschoben werden. Kurz vor dem Abflug hatte er gegenüber dem ihn zum Flugzeug begleitenden Polizeibeamten erheblichen Widerstand geleistet, weshalb die Abschiebung abgebrochen worden war. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete das Amtsgericht deshalb gegen ihn die Untersuchungshaft an. Während der Eröffnung des Haftbefehls versuchte der Beschuldigte sich selbst mit seinen Handfesseln die Luft abzudrücken, schlug mit seinem Kopf in Selbstverletzungsabsicht heftig gegen die Wand und trat mit den Füßen um sich. Den drei anwesenden Polizeibeamten gelang es, zusammen mit den beiden herbeigerufenen Justizwachtmeistern, den Beschuldigten zu fixieren und so eine weitere Selbstverletzung zu verhindern. Der verständigte Notarzt hielt eine Einweisung des Beschuldigten in ein psychiatrisches Krankenhaus für erforderlich, wohin der Beschuldigte in einem Krankenwagen in Polizeibegleitung gebracht wurde. Außer dem Beschuldigten, der leichte Verletzungen davon trug, wurde bei dem Vorfall glücklicherweise niemand verletzt.

Zeitgleich eröffnete im Nebenzimmer ein anderer Richter einer 63-jährigen Armenierin einen Abschiebehaftbefehl. Dabei erlitt die Frau einen Schwächeanfall. Auch sie konnte durch den bereits wegen des anderen Vorfalls anwesenden Notarzts umgehend ambulant versorgt werden.


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