08.01.2019, 12:17 Uhr

Gruselig unterwegs Mit gefälschten Dokumenten vom Flughafen in die Psychiatrie

Mit Know-how und modernsten technischen Möglichkeiten überprüfen Bundespolizisten Dokumente und entdecken so bei den Grenzkontrollen fast täglich gefälschte Reisedokumente. (Foto: Alexandra Stolze)Mit Know-how und modernsten technischen Möglichkeiten überprüfen Bundespolizisten Dokumente und entdecken so bei den Grenzkontrollen fast täglich gefälschte Reisedokumente. (Foto: Alexandra Stolze)

Zoll und Bundespolizei ziehen Ukrainer am Münchner Flughafen aus dem Verkehr.

FLUGHAFEN Er nehme Drogen und höre Stimmen war mit das erste, was er die Beamten bei seiner Vernehmung wissen ließ. Zuvor war der Ukrainer mit gefälschten Reisedokumenten unterwegs, hatte aber wohl nicht mit den Bundesbehörden am Moos Airport gerechnet. Bundespolizei und Zoll haben einen ukrainischen Staatsangehörigen aus dem Verkehr gezogen. Der Mann kam aus Lettland und gab sich als Grieche aus.

Zollbeamte kontrollierten den Reisenden am Ankunftsgate des Fluges aus Riga, eigentlich auf der Suche nach Schmuggelware und Drogen. Da den Beamten Unregelmäßigkeiten an der griechischen Identitätskarte des Mannes auffielen, baten sie Spezialisten der Bundespolizei um Unterstützung. Die Bundespolizisten bestätigten den Verdacht der Zöllner. Sie fanden heraus, dass das Dokument komplett gefälscht war. Also nahmen die Bundespolizisten den Möchtegern-Griechen mit zur Wache.

Bei der dortigen Vernehmung verweigerte der 30-Jährige zuerst jegliche Kooperation. Zur Raison gekommen, erzählte er den Grenzpolizisten dann als erstes, dass er eigentlich Ukrainer sei und dass er immer wieder Stimmen höre. Außerdem sei er drogenabhängig, habe vor ein paar Tagen Heroin und zuletzt Drogenersatzmittel, analog Methadon, zu sich genommen. Zudem sei sein Leben in der Ukraine in Gefahr. Den Grund für seine Angst konnte der Ukrainer aber nicht wirklich nennen. Einzig, dass er deswegen schon in Sankt Petersburg und seit fünf bis sechs Jahren unter der griechischen Identität in Europa lebe. Den hellenischen Ausweis habe er damals für 300 Euro in Athen von einem Bekannten bekommen, der das Ausweispapier einfach mit nach Hause gebracht und es ihm dann verkauft habe. Er habe natürlich nicht gewusst, dass der Ausweis eine Fälschung ist.

Wie bei Reisenden mit gefälschten Dokumenten vorgesehen, nahmen Bundespolizisten die Fingerabdrücke des Ukrainers und glichen sie mit der europaweiten Fingerabdruckdatenbank ab. Dabei stellte sich heraus, dass der 30-Jährige in Spanien einen Asylantrag gestellt hatte.

Da der Festgenommene während Vernehmung körperlich-gesundheitlich einen sehr angeschlagenen Eindruck auf die Ermittler machte und sich auch psychisch äußerst auffällig verhielt, riefen die Beamten einen Arzt. Dieser bestätigte neben der von dem Osteuropäer zuvor angeführten Drogenabhängigkeit auch eine chronische Schizophrenie.

Daher brachten die Bundespolizisten den jungen Mann nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen vor Ort in ein Bezirkskrankenhaus im Umland, wo der Ukrainer sich jetzt behandeln lässt und in der geschlossenen Abteilung auf seinen Flug nach Spanien wartet. Diesen wird er mit einer Strafanzeige wegen Urkundenfälschung, unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthalts im Gepäck antreten.


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