22.10.2018, 08:39 Uhr

Visum eines Russen war gefälscht Unwissenheit schützt vor Anzeige nicht

Beinahe täglich stoppen Bundespolizisten an den Ein- und Ausreisekontrollstellen am Flughafen Reisende mit gefälschten Dokumenten. Hintergründe und Reiseziele sind dabei oft völlig unterschiedlich. (Foto: Bundespolizei)Beinahe täglich stoppen Bundespolizisten an den Ein- und Ausreisekontrollstellen am Flughafen Reisende mit gefälschten Dokumenten. Hintergründe und Reiseziele sind dabei oft völlig unterschiedlich. (Foto: Bundespolizei)

Russischer Geschäftsmann wurde zurück geschickt

FLUGHAFEN Nicht zum ersten Mal war ein Russe am Sonntagnachmittag, 21. Oktober, geschäftlich unterwegs nach Deutschland. Doch kaum in München angekommen, beendeten Bundespolizisten die Reise des Russen dieses Mal vorzeitig. Der Mann hatte bei der Einreisekontrolle aus Moskau ein manipuliertes Schengenvisum vorgelegt. Er selbst war sich keiner Schuld bewusst, denn er habe das Visum genau so bei einer Agentur beantragt. Die Beamten zeigten den 42-Jährigen trotzdem an und schickten ihn wieder zurück nach Russland.

Den Grenzpolizisten war im russischen Reisepass des Mannes sofort aufgefallen, dass der Pass zwar echt und gültig, das eingeklebte italienische Schengenvisum aber unorthodox verlängert worden war. Jemand hatte das Dokument, das ursprünglich bereits im Mai 2017 abgelaufen war, kurzerhand eigenmächtig um vier Jahre verlängert. Aus 2017 wurde so schnell 2021.

Mit der Manipulation des Visums konfrontiert, beteuerte der Russe, er könne sich selbst keinen Reim darauf machen und habe mit der Sache nichts zu tun. Er habe das Visum im Jahr 2016 über eine Agentur in seinem Heimatland beantragt; und zwar genau so, wie es im Pass zu finden ist. Er habe der Dame in der Agentur gesagt, er brauche für den Schengenraum ein Geschäftsvisum mit einer Gültigkeit von fünf Jahren. Dazu habe man sich bei der Visastelle der italienischen Botschaft getroffen, er habe seine Fingerabdrücke und seinen Reisepass abgegeben und den Visumsantrag unterschrieben. Als er seinen Pass zurückerhalten hatte, habe er sich das Visum kurz angeschaut, für gut befunden und der Agenturchefin 1.000 Euro für deren Dienste überwiesen. Während der gesamten Vernehmung zeigte sich der Russe sehr kooperativ und schockiert aufgrund der Sache.

Nichtsdestotrotz mussten die Bundesbeamten den 42-Jährigen wegen Urkundenfälschung und unerlaubten Aufenthalts sowie des Versuchs der unerlaubten Einreise anzeigen und ihn anschließend zurück nach Moskau schicken. Zuvor musste der Mann noch 800 Euro zur Sicherung des Strafverfahrens bei den Beamten hinterlegen.