02.07.2018, 12:44 Uhr

International gesuchter Pole verhaftet Fahndung in Neuseeland, Verhaftung in Bayern

Mehrmals täglich ziehen Bundespolizisten am Flughafen mit Haftbefehl Gesuchte aus dem Verkehr. Am Freitag ging den Beamten ein dicker Fisch ins Netz: Ein Pole war von den Behörden in Neuseeland als vermutlicher Kopf einer international agierenden Drogenbande mit internationalem Haftbefehl gesucht worden. (Foto: Bundespolizei)Mehrmals täglich ziehen Bundespolizisten am Flughafen mit Haftbefehl Gesuchte aus dem Verkehr. Am Freitag ging den Beamten ein dicker Fisch ins Netz: Ein Pole war von den Behörden in Neuseeland als vermutlicher Kopf einer international agierenden Drogenbande mit internationalem Haftbefehl gesucht worden. (Foto: Bundespolizei)

Drogenboss wartet nun auf Auslieferung nach Down Under

FLUGHAFEN Auch wenn man Straftaten am anderen Ende der Welt begeht, ist man vor dem Gefängnis nicht sicher. Das hat am Freitag, 29. Juni, ein Pole feststellen müssen, den Bundespolizisten bei seiner Ankunft aus Dublin festgenommen haben. Der Mann, offenbar Kopf einer international agierenden Drogenbande, war seit knapp zwei Monaten von den Behörden in Neuseeland mit internationalem Haftbefehl gesucht worden. Jetzt wartet er im Münchner Gefängnis auf seine Auslieferung nach Down Under.

Man könnte den 41-Jährigen als Globetrotter bezeichnen: in Polen geboren, in Irland wohnhaft, in Neuseeland kriminell aktiv und in München verhaftet.

Der Pole ging Bundespolizisten im Erdinger Moos bei seiner Ankunft aus Dublin ins Netz. Als die Beamten die Dokumente des Mannes überprüften, fanden sie heraus, dass ihnen offenbar ein großer Fisch ins Netz gegangen war. Der Wahl-Ire ist laut Vorwurf der Strafverfolgungsbehörden in Neuseeland Kopf einer Drogenbande, die 2016 und 2017 offenbar im großen Stil mit Frachtschiffen Kokain in den Inselstaat auf der anderen Erdhalbkugel geschmuggelt und dort unter die Leute gebracht hat. Der 41-Jährige soll dabei sowohl den Transport des Rauschgifts initiiert und organisiert, als auch den Verkauf vor Ort betreut sowie das Geld gewaschen und ins Ausland transferiert haben. Dafür erwartet den in Europa lebenden Polen am anderen Ende der Welt wegen der Einfuhr von kontrollpflichtigen Betäubungsmitteln und Geldwäsche lebenslange Haft.

Nach seinen Straftaten war der Pole offensichtlich wieder an seinen Wohnort nach Belfast zurückgekehrt, noch bevor die Polizeibehörden in Down Under ihm auf die Schliche gekommen waren. Als die Ermittler dort den 41-Jährigen schließlich identifiziert hatten, schrieben sie ihn im Mai dieses Jahres mit internationalem Haftbefehl zur Festnahme aus. Diesen vollstreckten Bundespolizisten am Münchner Airport jetzt und nahmen den Gesuchten fest. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen führten die Beamten den Festgenommenen der Bereitschaftsrichterin in Landshut vor und lieferten ihn auf deren Geheiß anschließend in die Justizvollzugsanstalt der bayerischen Landeshauptstadt ein. Dort muss der Pole nun das Auslieferungsverfahren abwarten.