15.03.2018, 12:24 Uhr

Insolvenzverschleppung Stadelheim statt Antalya

Meist mehrmals am Tag nimmt die Bundespolizei am Münchner Flughafen mit Haftbefehl gesuchte Personen fest. Die meisten haben die Wahl zwischen Geldstrafe und Haft, so sie denn den geforderten Geldbetrag überhaupt aufbringen können. (Foto: Bundespolizei)Meist mehrmals am Tag nimmt die Bundespolizei am Münchner Flughafen mit Haftbefehl gesuchte Personen fest. Die meisten haben die Wahl zwischen Geldstrafe und Haft, so sie denn den geforderten Geldbetrag überhaupt aufbringen können. (Foto: Bundespolizei)

35-Jähriger auf dem Weg in den Urlaub verhaftet

FLUGHAFEN Ein 35-jähriger Tscheche war auf dem Weg in den Urlaub, als am Mittwochmittag, 14. März, die Handschellen klickten. Bundespolizisten hatten den Mann bei der Ausreise nach Antalya kontrolliert und waren dabei auf eine Fahndungsnotiz gestoßen.

Das Amtsgericht in Regensburg hatte den Böhmen im Juli letzten Jahres wegen Insolvenzverschleppung zu 9.000 Euro Geldstrafe oder ersatzweise 180 Tagen Haft verurteilt. Der Richterspruch hatte den Tschechen augenscheinlich ebenso wenig gekümmert wie das finanzielle Wohl seiner früheren Angestellten und Gläubiger. Auch die spätere Ladung zum Haftantritt hatte er offensichtlich ignoriert und war vermutlich untergetaucht. Daher hatte die Staatsanwaltschaft in der Domstadt Mitte Dezember 2017 die Polizeibehörden deutschlandweit mit der Suche nach dem Mann beauftragt. Jetzt nahmen Bundespolizisten den Gesuchten im Terminal 1 am Flughafen fest.

Da der 35-Jährige den geforderten Geldbetrag nicht beibringen konnte, muss er nun auf seinen Urlaub verzichten und die verhängte Haftstrafe von sechs Monaten absitzen. Dazu brachten die Bundesbeamten den Festgenommenen noch am späten Nachmittag in die Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim.