01.03.2018, 18:24 Uhr

Auf der Flucht vor der Justiz Drei Ausländer, dreimal Haftbefehl

Bundespolizisten nehmen täglich im Schnitt zwei bis drei mit Haftbefehlen gesuchte Reisende fest. Am Mittwoch, (28. Februar,  ging es für drei Männer direkt vom Flughafen ins Gefängnis. (Foto: Bundespolizei)Bundespolizisten nehmen täglich im Schnitt zwei bis drei mit Haftbefehlen gesuchte Reisende fest. Am Mittwoch, (28. Februar, ging es für drei Männer direkt vom Flughafen ins Gefängnis. (Foto: Bundespolizei)

Drei Verhaftungen am Flughafen

FLUGHAFEN Drei Passagiere gerieten am Mittwoch, 28. Februar, ins Visier der Bundespolizei im Erdinger Moos. Ein israelischer Staatsbürger und ein Pole waren bereits seit mehreren Jahren wegen Drogendeliktenl gesucht worden, ein Albaner wollte die Bundespolizisten mit einem gefälschten Ausweis täuschen. Die Beamten nahmen die drei Straftäter fest und lieferten sie anschließend auf Weisung des Erdinger Haftrichters ins Gefängnis ein.

Der Israeli wurde bereits seit über zehn Jahren von der niedersächsischen Justiz mit europäischem Haftbefehl gesucht. Die Strafverfolgungsbehörden werfen dem Mann vor, in den Jahren 2001 und 2002 im großen Stil mit Ecstasy-Tabletten gedealt zu haben. Noch bevor Anklage erhoben werden konnte, hatte sich der Verdächtige offenbar ins Ausland abgesetzt. Daher hatte das Amtsgericht in Hannover im Januar 2006 einen Untersuchungshaftbefehl gegen den Untergetauchten erlassen. Damit suchte die Justiz in Niedersachsen dann europaweit nach dem Israeli. Bundespolizisten vollstreckten diesen Haftbefehl jetzt. Den Festgenommenen erwarten bis zu 15 Jahre Haft.

Wenig später sollte einen albanischen Staatsbürger ein ähnliches Schicksal ereilen. Bundespolizisten zogen den 27-Jährigen aus dem Verkehr, als er vom Erdinger Moos in die irische Hauptstadt fliegen wollte. Der junge Mann wollte die Beamten mit einer gefälschten bulgarischen Identitätskarte über seine wahre Identität und seine wahren Reisegründe täuschen. Die Grenzpolizisten wiederum kamen dem vermeintlichen Bulgaren jedoch schnell auf die Schliche. Nachdem sie seine wahre Identität ermittelt hatten, fanden die Polizisten sogar noch heraus, dass gegen den Albaner ein Haftbefehl zur Ausweisung/Abschiebung besteht. Der junge Mann hatte schon einmal in Deutschland Asyl beantragt, der aber abgelehnt worden war. Da der 27-Jährige danach der Aufforderung zur Ausreise nicht nachgekommen war, hatte das Ausländeramt in Herford einen Abschiebehaftbefehl gegen ihn erwirkt. Den Bundespolizisten erzählte er jetzt, er habe in seinem Heimatland wirtschaftliche Probleme. Eigentlich wolle er gern noch einmal in Deutschland Asyl beantragen, dies sei aber ja nicht möglich. Daher habe er jetzt nach Dublin reisen und dort einen Asylantrag stellen wollen. Dazu habe er sich für 100 Euro von einem Landsmann den bulgarischen Ausweis besorgt, den er bei der Kontrolle vorgelegt habe. Aufgrund dessen muss der 27-Jährige sich nun wegen Urkundenfälschung, unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthalts verantworten. Aufgrund der Ausweisungsverfügung und des offenen Haftbefehls muss er im Erdinger Gefängnis den Flug in sein Heimatland abwarten.

Am Nachmittag sollte sich dann zu dem Israeli und dem Albaner noch ein Pole gesellen. Die Justiz im rheinland-pfälzischen Alzey wirft dem 38-Jährigen Verbrechen nach dem Betäubungsmittelgesetz vor. Der Beschuldigte war wohl bereits 2009 erwischt worden, als er Drogen in nicht geringer Menge geschmuggelt hatte. Da er die Ladung zur Hauptverhandlung offensichtlich ebenso wenig ernst genommen hatte, wie das deutsche Betäubungsmittelgesetz, hat ein Richter am Amtsgericht in Alzey im Dezember 2013 gegen den Untergetauchten einen Untersuchungshaftbefehl erlassen. Diesen Haftbefehl vollstreckten Bundespolizisten jetzt am Airport und nahmen den Gesuchten fest, als er auf dem Weg von Kairo nach Amsterdam in München umsteigen musste. Anschließend brachten sie den Festgenommenen auf Weisung des Erdinger Haftrichters in die Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim.