02.02.2018, 13:21 Uhr

Mit gefälschten Dokumenten Illegal zum Ehemann nach Irland

An den Ein- und Ausreisekontrollstellen am Münchner Flughafen ziehen Bundespolizisten fast täglich Reisende mit gefälschten Dokumenten aus dem Verkehr. (Foto: Bundespolizei)An den Ein- und Ausreisekontrollstellen am Münchner Flughafen ziehen Bundespolizisten fast täglich Reisende mit gefälschten Dokumenten aus dem Verkehr. (Foto: Bundespolizei)

Georgierin scheitert an Bundespolizisten am Münchner Flughafen

FLUGHAFEN Eine 47-jährige Frau, deren Mann seit Jahren als Sozialhilfeempfänger in Irland lebt, wollte mit ihrem Sohn auc immer wieder auf legalem Weg dorthin, doch es hatte nie geklappt. Also versuchte es die Georgierin illegal. Doch sie scheiterte in München bereits zum zweiten Mal. Nachdem die Frau einige Tage zuvor mit gefälschten Dokumenten in Barcelona aufgeflogen war, zogen Bundespolizisten sie im Erdinger Moos am Donnerstag, 1. Februar, endgültig aus dem Verkehr. Sie wurde zurück nach Tiflis geschickt.

Die Georgierin war zusammen mit ihrem 13-jährigen Sohn auf dem Weg von Barcelona nach Dublin. Bei der Passkontrolle am Flughafen München legte sie für sich und den Jungen lettische Identitätskarten vor. Bundespolizisten überprüften die Dokumente und fanden schnell heraus, dass die Ausweise gefälscht waren. Die Grenzpolizisten nahmen Mutter und Sohn mit zur Wache und zeigten die Frau wegen des Verdachts der Urkundenfälschung an.

Bei der Vernehmung war die Beschuldigte geständig. Ihr Mann lebe seit mehreren Jahren in Irland und beziehe dort ganz legal Sozialhilfe. Auch sie habe bereits vor drei Jahren versucht, nach Irland zu gehen. Allerdings habe der irische Staat ihr das dafür nötige Einreisevisum verweigert.

Vor etwa zwei Wochen sei sie mit ihrem Sohn zu Verwandten nach Barcelona geflogen. Dort habe sie den Entschluss gefasst, weiter zu ihrem Ehemann zu reisen. Da legale Versuche ja bereits in der Vergangenheit gescheitert waren, sei ihr Mann auf die Idee mit den falschen Dokumenten gekommen. Das würden viele so machen, habe er ihr versichert. Außerdem seien die Strafen, wenn man erwischt werde, sehr gering. Daher habe er umgehend von einem Iren mit russischem Namen für umgerechnet 900 Euro zwei gefälschte tschechische Ausweise besorgt und ihr nach Spanien geschickt. Mit diesen Dokumenten in Händen habe sie sich mit ihrem Sohn auf den Weg nach Irland gemacht. Allerdings sei bereits bei der Polizei am Flughafen in Barcelona Endstation gewesen. Dort habe man ihr die gefälschten Ausweise abgenommen, sie etwa zwölf Stunden festgehalten und dann wieder laufen lassen.

So schnell habe sie aber nicht aufgeben wollen. Also habe ihr Ehemann den besagten Iren nochmals bemüht. Dieses Mal habe er zwei gefälschte lettische Ausweise für umgerechnet 1.000 Euro erstanden. Da die Frau in Spanien ja bereits aufgeflogen war, habe sie es über einen anderen Schengenstaat versuchen wollen. So habe sie mit dem 13-Jährigen in Barcelona ein Flugzeug nach München bestiegen, von wo aus sie dann nach Dublin weiterfliegen wollte.

Kaum in München angekommen, beendeten Bundespolizisten die Reise der beiden dann abermals vorzeitig.

Die Bundesbeamten zeigten die 47-Jährige wegen Urkundenfälschung, Verschaffens von falschen amtlichen Ausweisen, unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthalts an, bevor sie Mutter und Sohn noch am selben Abend zurück in ihr Heimatland schickten. Zuvor musste die Frau allerdings noch 300 Euro zur Sicherung des Strafverfahrens bei der Bundespolizei hinterlegen.