27.01.2018, 19:02 Uhr

Türke mit gefälschtem Pass Verlaufen und gelandet bei der Bundespolizei

Passagiere mit gefälschten Dokumenten zu erwischen, kann auch für erfahrene Bundespolizisten eine Herausforderung sein. Wenn Reisende wie der 29-jährige Türke den Beamten den „Job erleichtern“ und sich quasi selbst stellen, nehmen die Grenzpolizisten das gerne an. (Foto: Bundespolizei)Passagiere mit gefälschten Dokumenten zu erwischen, kann auch für erfahrene Bundespolizisten eine Herausforderung sein. Wenn Reisende wie der 29-jährige Türke den Beamten den „Job erleichtern“ und sich quasi selbst stellen, nehmen die Grenzpolizisten das gerne an. (Foto: Bundespolizei)

Pass für 18.000 Euro war gestohlen

FLUGHAFEN 18.000 Euro hatte ein 29-jähriger Türke für einen gefälschten Pass an einen Unbekannten bezahlt. Gekommen ist er damit gerade einmal bis zur Bundespolizei im Erdinger Moos, weil er sich verlaufen hatte.

Bundespolizisten zogen den Mann kurz nach seiner Ankunft aus Ankara aus dem Verkehr, zeigten ihn an und schickten ihn postwendend wieder in die türkische Hauptstadt zurück.

Der 29-Jährige war unterwegs von Ankara über München nach Kanada. In München hätte er als Umsteiger eigentlich nur das Flugzeug wechseln und keine Grenzkontrolle durchlaufen müssen. Der junge Mann aber folgte wohl den anderen Passagieren und tauchte so bei der Einreisekontrollstelle der Bundespolizei im Satellitenterminal auf. Hier legte er den Beamten dann ganz selbstverständlich einen kanadischen Reisepass vor.

Danach war die Reise allerdings gleich beendet. Die Grenzpolizisten überprüften das Dokument und stellten fest, dass die kanadischen Behörden den Reisepass als gestohlen ausgeschrieben hatten. Bei genauerem Hinsehen entdeckten die Münchner Bundesbeamten schließlich auch, dass am Lichtbild manipuliert worden war. Also zeigten sie den Möchtegern-Kanadier wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und des Versuchs der unerlaubten Einreise an.

Bei der Vernehmung gab der Mann zwar unumwunden zu, gewusst zu haben, dass der Pass gefälscht ist, zu den weiteren Umständen offenbarte er aber die eine oder andere Erinnerungslücke. So wollte er zum Beispiel nicht wissen, von wem er das Dokument bekommen hatte. Ein Unbekannter habe ihn mit unterdrückter Rufnummer angerufen und ihm das Angebot gemacht, ihm für 18.000 Euro einen Reisepass für eine Reise nach Kanada zu besorgen. Anschließend habe er Verwandte angepumpt, den Schmuck seiner Frau versetzt und den geforderten Betrag zusammen mit einem Passbild von sich in Ankara an einen – natürlichebenfalls unbekannten – Mittelsmann übergeben. Der Pass sei dann ohne Absender mit der Post gekommen.Das Ticket habe er von einem Bekannten in einem Istanbuler Reisebüro, dessen Namen er überraschenderweise nicht mehr wisse, besorgen lassen.

Anschließend war es mit Pass und Ticket in der Tasche gen Westen gegangen, wo Bundespolizisten den 29-Jährigen jetzt im Erdinger Moos festnahmen.

Nach einer Nacht am Münchner Flughafen und Zahlung von 900 Euro zur Sicherung des Strafverfahrens ging es für den Türken mit einer Anzeige im Gepäck zurück in die türkische Hauptstadt.