04.12.2017, 09:24 Uhr

Bundespolizisten zeigen Albanerin an Falscher Bus, falsches Ziel, Anzeige

Täglich decken die Bundespolizisten am Münchner Flughafen bei der Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs durchschnittlich zwanzig Straftaten auf. Geschichten, wie die der Kosovarin hören die Beamten dabei eher selten. (Foto: Bundespolizei)Täglich decken die Bundespolizisten am Münchner Flughafen bei der Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs durchschnittlich zwanzig Straftaten auf. Geschichten, wie die der Kosovarin hören die Beamten dabei eher selten. (Foto: Bundespolizei)

Kosovarin tischt abstruse Geschichte auf

FLUGHAFEN MÜNCHEN Hatte es mit mangelndem Orientierungssinn zu tun? Oder war es doch eher berechnend?

Ein alltäglicher Fall für die Bundespolizisten, der angesichts der abstrusen Geschichte einer Passagierin doch nicht ganz so alltäglich war. Eine Kosovarin hatte sich unerlaubt in Deutschland aufgehalten und dafür eine ganz besondere Geschichte parat. Sie sei einfach in den falschen Bus gestiegen. Am Samstag, 2. Dezember, haben Bundespolizisten die vermeintlich Orientierungslose im Terminal 2 entdeckt und angezeigt.

Als die Kosovarin nach Pristina ausreisen wollte und dazu die Grenzkontrollstelle durchlaufen musste, überprüften Bundespolizisten standardmäßig ihre Papiere. Reisepass und Visum waren zwar echt, allerdings war das Visum nicht nur abgelaufen, sondern für den Schengenraum gar nicht gültig. Die 27-Jährige hatte nämlich ein kroatisches Visum im Pass. Daher nahmen die Bundesbeamten die Reisende mit zur Wache.

Sie habe nie die Gesetze in Deutschland missachten wollen und sei einem Irrtum aufgesessen, erklärte die Ertappte den Beamten. Sie habe in Kroatien Urlaub gemacht und dort ihren Onkel besucht. Als sie wieder nach Hause wollte, sei sie in Zagreb in den falschen Bus gestiegen. So sei sie die ganze Nacht unterwegs gewesen, aber nicht wie geplant in Pristina angekommen, sondern zu ihrer großen Überraschung in Berlin. Dort habe sie auf der Straße schlafen müssen. Wie sie jedoch zu dem Flugticket gekommen ist, und warum eine Pension in Garbsen bei Hannover den Beamten bestätigte, dass die 27-Jährige dort fünf Tage genächtigt hatte, wollte die Frau nicht kommentieren. Sie blieb beharrlich bei Ihrer Geschichte vom versehentlichen Trip nach Berlin. Auch der Vorhalt der Bundespolizisten, dass sie wüssten, dass sie lügt, kümmerte die junge Frau nicht. Sie habe nichts Illegales gemacht, wolle nur zurück zu ihren Kindern.

Die Bundesbeamten zeigten die Kosovarin schließlich wegen unerlaubten Aufenthalts und unerlaubter Einreise an. Außerdem musste die Frau noch 100 Euro zur Sicherung des Strafverfahrens bei den Beamten abgeben, bevor sie am nächsten Tag den Flug an ihr ursprüngliches Reiseziel im Kosovo antreten konnte.


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