24.10.2017, 16:02 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Jamaikaner fühlen sich wegen ihrer Homosexualität diskriminiert Ungewöhnlicher Asylantrag am Flughafen

Asylanträge aufgrund sexueller Orientierung sind am Airport eher selten. (Symbolbild: Bundespolizei)Asylanträge aufgrund sexueller Orientierung sind am Airport eher selten. (Symbolbild: Bundespolizei)

Am 19. Oktober mit dem Flug aus Punta Cana gekommen, baten zwei jamaikanischen Staatsbürger bei der Bundespolizei um Asyl. Die jamaikanischen Staatsbürger fühlen sich in ihrer Heimat wegen ihrer sexuellen Ausrichtung verfolgt.

ERDING Die beiden 22 und 23 Jahre alten Männer hatten ursprünglich einen Flug von Punta Cana über München und Istanbul nach Johannesburg gebucht. Sie erklärten den Beamten der Bundespolizei, sie müssten in ihrer karibischen Heimat wegen ihrer sexuellen Orientierung um ihre Sicherheit, ja sogar um ihr Leben fürchten, da die Menschen in Jamaika homophob und sehr gewalttätig seien. Beide führten zum Beweis sogar Krankenakten mit, die Verletzungen physischer und psychischer Natur dokumentieren, die offenbar von den geschilderten Erlebnissen herrühren. Der 22-Jährige zeigte den Beamten Narben, die seiner Aussage nach von Übergriffen schwulenfeindlicher Gruppen stammen. Der 23-Jährige erzählte, dass er sogar seinen Job als Automechaniker verloren habe, als sein Chef herausgefunden habe, dass er Männer mag.

Davor wollten die beiden Männer in Deutschland Schutz suchen, sich endlich sicher fühlen und ihr eigenes Leben leben können. Sobald die Dinge in Jamaika sich beruhigt hätten, wollten sie auch wieder in die Heimat zurückkehren.

Die Bundesbeamten leiteten die Verfolgten am Abend an die Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge der Stadt München weiter. Dort werden sich die zuständigen Beamten um die jungen Männer und ihre Asylanträge kümmern. (pm)


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