16.04.2019, 14:24 Uhr

Brandstifterin vor Gericht Stimmen befahlen der Frau, das Haus ihres Ex-Mannes anzuzünden

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Die Familientragödie im Juli vergangenen Jahres erschütterte den ganzen Landkreis: Eine 43-Jährige drang gewaltsam in das Haus ihres Ex-Mannes ein und legte Feuer. Dabei kam es zu einer Explosion, bei der sie selbst schwer verletzt wurde. Am Montag hat vor der dritten Strafkammer des Landgerichts Landshut der Prozess gegen die Russin wegen schwerer Brandstiftung begonnen. Sie hat bereits einen Tag nach der Tat bei der Polizei ein Geständnis abgelegt.

WALLERSDORF

Am Tattag habe sie nachmittags Kokain genommen und anschließend vor dem Fernseher Eis gegessen, wie die Russin der Kammer erklärte. „Dann hab ich Stimmen gehört, die mir sagten, ich soll einen Benzinkanister kaufen und das Haus anzünden“, so die Frau weiter. Dann sei sie zur Tankstelle gefahren, habe einen 10-Liter-Kanister besorgt und ihn mit Benzin gefüllt und ein Feuerzeug gekauft.

Am Haus angekommen, zerschlug sie mit einem axtähnlichen Gegenstand die gläserne Terrassentür und gelangte so ins Wohnzimmer, wie sie berichtete. Weil das Auto ihres Ex-Mannes nicht vor der Tür stand, sei sie davon ausgegangen, dass sich niemand im Haus aufhielt. Dann ging sie mit dem Kanister hinauf in den ersten Stock und verschüttete das Benzin zuerst im Schlafzimmer über das Bett, Matratzen und den Boden. Dasselbe machte sie im angrenzenden Gästezimmer. Das Kinderzimmer verschonte sie eigenen Angaben zufolge, weil sie „von ihrem Kind nichts kaputt machen wollte“. Dann tränkte sie ein Handtuch mit Benzin, entzündete es und warf es in das Schlafzimmer. Doch es kam zu einer massiven Verpuffung, bei der die Angeklagte schwer verletzt wurde. „Das Feuer hat mich getroffen und ich habe gesehen, dass meine Haut von den Händen und Füßen herunter kam“, erklärte die Brandstifterin in gebrochenem deutsch.

Sie habe es gerade noch nach draußen geschafft, dann sei ihr schlecht geworden und sie habe sich auf den Boden gelegt. Draußen sei sie von einer Nachbarin, die die Explosion gehört hatte, betreut worden, bis die Rettungskräfte eintrafen. Sie erlitt massive Verbrennungen von 30 Prozent der Körperoberfläche und wurde in das Unfallklinikum Murnau verlegt, wo sie einen Monat lang operativ und intensivmedizinisch versorgt werden musste. Anschließend kam sie in die JVA München. Momentan ist sie im Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen untergebracht. Laut der Vorsitzenden Richterin Inken Bouabe „könnte eine Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt in Betracht kommen“.

Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte das Obergeschoss bereits lichterloh. Durch die Explosion entstanden massive Risse in der Außenwand und der Dachstuhl drohte auf ein Nachbarhaus abzurutschen, daher musste die obere Hälfte des Gebäudes abgerissen werden. Das Anwesen wurde vollständig zerstört und für Ex-Mann und Sohn unbewohnbar. Am Haus entstand laut Staatsanwaltschaft ein Schaden von ca. 500.000 Euro. Der Hausratsschaden betrug etwa 100.000 Euro.


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