07.03.2019, 12:47 Uhr

Alarmierende Zahl Rund 1.500 Wildunfälle im Landkreis DIngolfing-Landau

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Auch 2018 passierten im Landkreis Dingolfing-Landau wieder viele Wildunfälle, wobei überwiegend Rehe dem Straßenverkehr zum Opfer fielen.

DINGOLFING-LANDAU 1.490 Wildunfälle mussten die Beamten der Polizeiinspektionen Dingolfing und Landau letztes Jahr aufnehmen, so Johann Aigner, Verkehrssachbearbeiter bei der Polizeiinspektion Dingolfing. Dabei wurden vier Personen leicht verletzt. An 1.157 Unfällen war Rehwild beteiligt, womit Rehe einen Anteil von 77 % an den Wildunfällen hatten. Mit 218 Unfällen waren die Feldhasen/Kaninchen dabei, der Rest verteilte sich auf Füchse, Dachse und sonstige Wildtiere. Erfreulich ist, dass lediglich 9 Wildschweine dem Straßenverkehr zum Opfer fielen. Im Gegensatz zu anderen Landkreisen sind die Schwarzkittel im Landkreis noch kein Problem für die Verkehrssicherheit.

Viel Arbeit machten der Polizei die zahlreichen Unfälle mit Rehwild. 1157 Rehe wurden überfahren, etwa so viel wie im Vorjahr. Dabei gab es deutliche Schwerpunkte. Die größte Dichte an Wildunfällen ist in der Gemeinde Gottfrieding zu verzeichnen. Bei einer Gemeindefläche von 30 Quadratkilometern passierten hier 74 Unfälle. Speziell im Bereich von Frichlkofen ist die Wahrscheinlichkeit, mit dem Auto ein Reh zu erlegen, sehr hoch. Von der Anzahl der Unfälle her ist die deutlich größere Gemeinde Moosthenning mit 151 Unfällen langjähriger Spitzenreiter. Völlig anders sieht es im Gemeindebereich Frontenhausen aus, hier passierten lediglich 18 Verkehrsunfälle.

Von Warnsystemen gegen Wildunfälle hält der Verkehrsexperte der Polizei wenig. Mittlerweile ist wissenschaftlich erwiesen, dass die an vielen Leitpfosten angebrachten Wildwarnreflektoren nichts bringen. Auch den Nutzen der Wildwarn-App „Wuidi“, welche die Autofahrer beim Durchfahren von Bereichen mit hohem Wildunfall-Risiko warnt, bezweifelt er. „Bei der hohen Dichte an Wildunfällen im Landkreis dürfte das Gerät zum Dauer-Piepser werden und somit vom Autofahrer nicht mehr ernst genommen werden“, so der Verkehrssachbearbeiter.

Hauptursache der vielen Unfälle mit Rehwild ist nach Ansicht von Aigner ein viel zu hoher Bestand an Rehwild in unserem Landkreis, der auch durch den in den Vegetationsgutachten festgestellten hohen Wildverbiss belegt wird. Zum Schutz der Jungbäume müssen deshalb große Teile unserer Wälder eingezäunt werden, womit sich der Lebensraum des Rehwildes verkleinert und die Gefahr von Wildunfällen weiter steigt. Wirkliche Abhilfe kann nur eine Reduzierung des Rehwildbestandes schaffen.

Aber auch die Autofahrer sind gefordert, ihren Teil zur Unfallvermeidung beizutragen. „Unfälle sind nie ganz auszuschließen, aber bei vorsichtiger Fahrweise könnte mancher Wildunfall vermieden werden“, appelliert der Polizeibeamte an die Verkehrsteilnehmer.


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