22.07.2019, 09:14 Uhr

Ankerzentrum Angriff war vorgetäuscht

(Foto: Hannes Lehner)(Foto: Hannes Lehner)

Ein 29-jähriger Security-Mitarbeiter des Ankerzentrums gab gegenüber der Polizei an, dass er am Montagabend, 3. Juni, von einem 20-jährigen Eritreer mit einer abgebrochenen Flasche leicht verletzt wurde. Die Ermittlungen der Polizei Deggendorf haben nunmehr ergeben, dass der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes den Angriff mit der Flasche nur vorgetäuscht hat.

DEGGENDORF Wie berichtet (zum Bericht), gab Security-Mitarbeiter zunächst gegenüber der Polizei an, dass er am Montag, 3. Juni, kurz nach 21 Uhr einen Bewohner des Ankerzentrums, darauf hinwies, dass es verboten ist, die Unterkunft mit einer Schnapsflasche zu betreten. Daraufhin soll sich ein Streitgespräch entwickelt haben, in dessen Verlauf der 20-jährige Eritreer die mitgeführte Schnapsflasche zerschlagen und damit auf den Security-Mitarbeiter eingestochen habe. Der Mitarbeiter zeigte bei seiner polizeilichen Befragung auch frische Verletzungen am Arm vor. Aufgrund dieser Angaben wurde der Eritreer, gegen den auf Antrag der Staatsanwaltschaft Deggendorf Haftbefehl erlassen wurde, in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert, dieser befand sich seitdem in Untersuchungshaft.

Wie die Ermittlungen der Polizeiinspektion Deggendorf nunmehr ergeben haben, hat der Security-Mitarbeiter, ein 28-jähriger Iraker, den vermeintlichen Angriff mit der abgebrochenen Flasche vorgetäuscht. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wurde der Sicherheitsdienstmitarbeiter von dem Eritreer beim Betreten der Unterkunft massiv beleidigt. Daraufhin schlug der Iraker mit einem Schlagstock auf den Eritreer ein und verletzte diesen leicht. Womöglich aus Angst vor etwaigen Sanktionen erfand der Security-Mitarbeiter den Angriff mit der abgebrochenen Flasche und fügte sich damit selber Verletzungen am Arm zu.

Der Haftbefehl gegen den 20-jährigen Eritreer wurde sofort aufgehoben und dessen Entlassung aus der Justizvollzugsanstalt veranlasst. Ebenfalls fraglich ist auch der Vorwurf des Security-Mitarbeiters gegen fünf weitere Eritreer, die sich im Zusammenhang mit dem Vorfall, angeblich mit Steinen bewaffnet haben sollen.

Gegen den 28-jährigen Iraker wird nun unter anderem wegen Vortäuschen einer Straftat, falsche Verdächtigung und Freiheitsberaubung in mittelbarer Täterschaft ermittelt.


0 Kommentare