13.06.2019, 16:40 Uhr

Prozess Geiselnahme im Bezirksklinikum

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Ab Montag, 15. Juli, ab 9 Uhr muss sich ein 31 Jahre alter Mann vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts Deggendorf wegen des Vorwurfs der Geiselnahme und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten. Es sollen acht Zeugen und ein Sachverständiger gehört werden.

DEGGENDORF Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Deggendorf soll der Beschuldigte, der zu diesem Zeitpunkt im Bezirksklinikum Mainkofen untergebracht war, Mitte Januar 2019 gegenüber dem Pflegepersonal den Wunsch geäußert haben, die Station zu verlassen, wobei er in jeder Hand ein Tafelmesser gehalten haben soll.

Weder das Pflegepersonal noch die letztlich hinzugerufenen Polizeikräfte sollen den Beschuldigten dazu bewegt haben können, die Messer wegzulegen. Der Beschuldigte soll sich daraufhin in ein angrenzendes Patientenzimmer begeben, eine Mitpatientin unter Vorhalten der Messer in seine Gewalt gebracht und gedroht haben, diese zu verletzen. Nach etwa drei Stunden drangen Spezialkräfte des Sondereinsatzkommandos in das Zimmer ein. Der Beschuldigte soll dabei versucht haben, sich der Festnahme zu entziehen.

Die Staatsanwaltschaft geht nach Einholung eines psychiatrischen Sachverständigengutachtens davon aus, dass der Beschuldigte an einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis leidet. Bei Begehung der ihm vorgeworfenen Taten soll der Beschuldigte im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt haben: Die Einsichts- und Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten soll nicht ausschließbar aufgehoben gewesen sein, jedenfalls soll nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft die Fähigkeit des Beschuldigten, das Unrecht seiner Handlungen einzusehen und dieser Einsicht entsprechend zu handeln, erheblich eingeschränkt gewesen sein.

Das Gericht wird deshalb im Rahmen eines sogenannten Sicherungsverfahrens zu prüfen haben, ob zum Schutz der Allgemeinheit die Unterbringung des Beschuldigten in der geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses anzuordnen sein wird.


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