08.03.2019, 09:33 Uhr

Asyl-Demo in Deggendorf Facebook-Video sorgte für internationale Ermittlungen


Ein veröffentlichtes Live-Video in den sozialen Medien anlässlich der Asylbewerber-Demo in Deggendorf im Dezember 2017 zog umfangreiche Ermittlungen nach sich.

DEGGENDORF Das Video wurde mit einer Vielzahl an beleidigenden, fremdenfeindlichen und volksverhetzenden Kommentaren versehen. Die Kripo Straubing hatte in Absprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Deggendorf die weiteren Ermittlungen übernommen.

Im Dezember 2017 fand in Deggendorf eine Demonstration mit dem Thema „Keine Abschiebungen mehr, schlechtes Essen“ statt. Beteiligt an der Demonstration waren in erster Linie Asylbewerber aus Deggendorf. Von polizeilicher Seite wurde die Veranstaltung, die ohne größere Störungen verlief, unter der Einsatzführung des Polizeipräsidiums Niederbayern betreut.

Weitaus mehr Aufsehen erregten eine Vielzahl an Kommentaren zu einem Live-Video von der Demonstration, das auf Facebook veröffentlicht wurde. Als Erstellerin des Videos konnte eine Lokalpolitikerin aus Deggendorf festgestellt werden.

Bereits während der laufenden Demonstration wurde die Polizei von der Bevölkerung auf die beleidigenden, fremdenfeindlichen und volksverhetzenden Kommentare zu diesem Video hingewiesen.

Die Kripo Straubing übernahm nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Deggendorf die weiteren Ermittlungen zu den Verfassern dieser Kommentare. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren waren umfangreiche und personalintensive Ermittlungsmaßnahmen zu treffen. Nachdem die jeweiligen Profilinhaber ermittelt waren, wurden bundesweit und international Polizeidienststellen mit der Durchführung von erforderlichen Vernehmungen beauftragt. Insgesamt mussten rund 300 Vernehmungen von Tatverdächtigen und anderen Beteiligten veranlasst werden.

Letztendlich konnten 246 Tatverdächtige ermittelt werden, was zu einer bemerkenswerten Aufklärungsquote von 95 Prozent geführt hat.

Zwischenzeitlich liegen auch die ersten Verurteilungen zu den Anzeigen vor. Die Verfasser der Kommentare erwarten empfindliche Geldstrafen, teils im mittleren vierstelligen Eurobereich, oder Freiheitsstrafen.

Staatsanwaltschaft und Polizei möchten nicht zuletzt aufgrund dieses Vorfalls hinweisen, dass es sich im Bereich der virtuellen Welt um keinen rechtsfreien Raum handelt und Hinweise auf strafbares Fehlverhalten konsequent verfolgt werden.


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