17.05.2018, 16:13 Uhr

Abschiebungen Erneut Polizeieinsatz im Transitzentrum Deggendorf

Die Polizei ist inzwischen regelmäßig im Transitzentrum Deggendorf. (Foto: Hannes Lehner)Die Polizei ist inzwischen regelmäßig im Transitzentrum Deggendorf. (Foto: Hannes Lehner)

Im Transitzentrum Deggendorf wurde am heutigen Donnerstag erneut ein Polizeieinsatz durchgeführt, um Asylbewerber in andere Länder abzuschieben.

DEGGENDORF Am heutigen Donnerstag, 17. Mai, sollten fünf Asylbewerber aus Sierra Leone und vier Asylbewerber aus Aserbaidschan im Rahmen der Dublin III Verordnung im Bayerischen Transitzentrum (BTZ) Deggendorf zur Überstellung in andere EU-Länder in Gewahrsam genommen werden.

Die Asylbewerber aus Aserbaidschan, eine Familie mit Kindern im Alter von zehn und sieben Jahren, sollten nach Italien überstellt werden. Vier männliche Asylbewerbern aus Sierra Leone sollten nach Italien, ein männlicher Asylbewerber aus Sierra Leone nach Spanien überstellt werden.

Vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wurde festgestellt, dass die fünf Personen aus Sierra Leone und die Familie aus Aserbaidschan über Italien beziehungsweise Spanien in die Europäische Union eingereist waren. Durch einen Bescheid des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wurde angeordnet, dass die Personen im Rahmen der Dublin III Verordnung ins Einreiseland zu überstellen sind.

Aufgrund der Abflugzeiten und um einen geordneten Ablauf der Abschiebung zu gewährleisten, musste mit dem Polizeieinsatz bereits um 3.30 Uhr begonnen werden. Das Polizeipräsidium Niederbayern wurde von Kräften der bayerischen Bereitschaftspolizei und dem Polizeipräsidium Oberbayern Nord unterstützt.

Ein Asylbewerber aus Sierra Leone, der nach Italien überstellt werden sollte, konnte in Gewahrsam genommen werden. Gegen ihn wird von der zentralen Ausländerbehörde Niederbayern beim Amtsgericht Deggendorf ein Abschiebehaftbefehl beantragt. Vier Asylbewerber aus Sierra Leone konnten nicht angetroffen werden.

Die Gewahrsamnahme und Überstellung der Familie aus Aserbaidschan verlief ohne Zwischenfälle.

Ein Bewohner der Unterkunft, der die polizeilichen Maßnahmen in der Unterkunft störte, wurde vor Ort in Gewahrsam genommen. Er wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder aus dem Gewahrsam entlassen.

Eine schwangere Asylbewerberin, die von der Abschiebung nicht betroffen war, benötigte den Rettungsdienst. Die Frau wurde zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Ein derartiger Polizeieinsatz fand erst am Montag, 14. Mai, statt. Damals sollten sechs Asylbewerber aus Sierra Leone und vier Asylbewerber aus Aserbaidschan abgeschoben werden. Doch nur die Überstellung der Familie aus Aserbaidschan verlief ohne Zwischenfälle. Die restlichen Asylbewerber leisteten zum Teil Widerstand, verletzten sich selbst oder konnten nicht angetroffen werden.


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