29.09.2020, 11:33 Uhr

Geglückte Rettung 29-jähriger Engländer stürzt auf der Kehlstein-Nordseite 100 Meter über felsdurchsetzte Rinne ab und wird schwer verletzt

 Foto: BRK/BGL Foto: BRK/BGL

Bergwacht Berchtesgaden & „Christoph 14“ retten vier britische Urlauber bei widrigen Wetter-Verhältnissen mit Nebel und Regen aus Absturzgelände

Berchtesgaden/Eck. Fünf Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ haben am Montagabend einen 29-jährigen Engländer von der Kehlstein Nordseite gerettet, der zuvor rund 100 Meter durch eine felsdurchsetzte Rinne abgestürzt war und sich schwer am Oberschenkel, am Kopf und an den Füßen verletzt hatte.

Als gegen 16.25 Uhr der Notruf einging, versuchten Leitstelle und Einsatzleiter zunächst herauszufinden, wo sich die Gruppe genau befindet, wobei einige Zeit vermutet wurde, dass sich der Unfall am Mannlgrat ereignet haben muss. Wegen des dichten Nebels mit Sichtweiten von nur wenigen Metern war ein Heli-Flug zunächst unmöglich. Dem Einsatzleiter gelang es dann im Telefonat durch gezielte Fragen herauszufinden, wo sich die Urlauber befinden, da eine Ortung des Handys und eine Abfrage von Koordinaten zuvor nicht funktioniert hatten. Der Anrufer konnte dann ein Foto schicken, auf dem mit guten Ortskenntnissen der Blick in Richtung Roßfeldstraße zu sehen und ein Stück der Forststraße zu erkennen war.

Die Bergretter konnten die Gruppe dann kurz nach 17 Uhr mit dem Fernglas im Bereich eines Steigs auf der Kehlstein-Nordseite in rund 1.400 bis 1.500 Metern Höhe sehen und schickten vom Ofner Boden aus drei Retter mit Ausrüstung zu Fuß los, darunter auch der Berchtesgadener Bergwacht-Notarzt. Währenddessen versuchte die Besatzung von „Christoph 14“, trotz des schlechten Wetters von Traunstein aus zum Kehlstein durchzukommen. Der Pilot konnte die nebelfreie Einsatzstelle dann anfliegen und ließ Notarzt und einen Berchtesgadener Bergretter im Schwebeflug über die Kufe am Hang aussteigen; in der Zwischenzeit war auch die Fußmannschaft eingetroffen und die insgesamt fünf Retter versorgten den schwer verletzten 29-Jährigen. Gute 20 Minuten später holte der Pilot den liegenden Patienten zusammen mit dem Arzt am kurzen Tau ab, flog ihn zum Holzlagerplatz am Ofner Boden aus und dann im Heli direkt weiter zum Klinikum Traunstein. Die vier Bergretter brachten den Ersthelfer, der zum Verletzten abgestiegen war und die beiden weiteren Mitglieder der Gruppe, die weiter nach oben gegangen waren, auf den Steig zurück, wobei sie die Urlauber abseilen mussten. Den drei weiteren Männern war nichts passiert, außer dass sie aufgrund ihrer leichten Bekleidung im Regen froren. Die Bergwacht war bis 19 Uhr im Einsatz.

Die vier Briten um die 30 Jahre waren von ihrem Camping-Bus in Hintereck trotz des schlechten Wetters und des frühen Winter-Einbruchs zu Fuß in kurzen Hosen und mit Turnschuhen auf den Kehlstein losgegangen, hatten dann aber wegen des Schnees und des rutschigen Untergrunds größere Probleme, voranzukommen und sich zu orientieren, wobei dann der 29-Jährige sogar abstürzte.


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