18.06.2020, 08:00 Uhr

Von wegen von Maskenpflicht befreit Selbstgedruckte Online-Atteste sind strafbar

Bundespolizisten kontrollierten im Zug von Salzburg nach München einen 23-jährigen Deutschen. Foto: BundespolizeiBundespolizisten kontrollierten im Zug von Salzburg nach München einen 23-jährigen Deutschen. Foto: Bundespolizei

Bundespolizei stoppt Reisenden mit ungültiger Befreiung von der Maskenpflicht

Freilassing. Die Bundespolizei hat am Dienstag, 16. Juni, bei grenzpolizeilichen Zugkontrollen am Bahnhof Freilassing einen 23-Jährigen ohne Mund-Nasen-Bedeckung wegen Gebrauchs unrichtiger Gesundheitsbescheinigungen angezeigt. Der junge Mann hatte den Beamten ein ungültiges Online-Attest vorgezeigt, welches ohne persönliches Erscheinen bei einem Arzt ausgestellt worden war.

Nachdem die Beamten den Personalausweis des Mannes überprüft hatten, fragten sie nach warum er entgegen der geltenden Infektionsschutzbestimmungen ohne Mund-Nasen-Bedeckung mit der Bahn fahre.

Der Münchner erklärte daraufhin, aus medizinischen Gründen von der Maskenpflicht befreit zu sein und zeigte den Grenzpolizisten eine ärztliche Bescheinigung. Die Beamten schöpften aber Verdacht und die folgenden Ermittlungen ergaben, dass es sich um ein selbstausgedrucktes Online-Attest eines Arztes aus dem Landkreis Kassel handelte.

Die Bundespolizisten stellten die ungültige Bescheinigung sicher und zeigten den 23-Jährigen wegen Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse an. Außerdem erwartet ihn ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen die bayerische Infektionsschutzverordnung durch die zuständige Behörde. Seine Fahrt nach München durfte er anschließend mit Schutzmaske fortsetzen.

Erst vor einer Woche hatte ein Bundespolizist in München auf dem Weg zum Dienst eine 21-Jährige aus dem Landkreis Hof in einer S-Bahn angesprochen, da sie keinen Mund-Nasen-Schutz trug. Auch sie gab an, von der Maskenpflicht ärztlich befreit zu sein und zeigte dem Beamten ein Online-Attest desselben Mediziners vor.

Die Bundespolizei Freilassing warnt ausdrücklich davor, ärztliche Online-Atteste aus dem Internet herunterzuladen. Wer derartige Bescheinigungen nutzt, riskiert nicht nur ein Bußgeld nach dem Infektionsschutzgesetz, sondern muss zusätzlich mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.