18.07.2019, 16:38 Uhr

Geschnappt Polnischer Schwertransporter streift Autobahnbrücke und setzt Fahrt unbeirrt fort

(Foto: Christa Latta)(Foto: Christa Latta)

Am Mittwochnachmittag teilte ein aufmerksamer LKW-Fahrer der Polizei per Notruf mit, dass soeben ein Schwertransportfahrzeug auf der Autobahn A8 Fahrtrichtung Salzburg zwischen Frasdorf und Bernau eine Autobahnbrücke touchiert habe.

BERNAU Aufgrund der genauen Fahrzeugbeschreibung durch den Zeugen konnte ein die Verkehrspolizei Traunstein spontan unterstützendes Fahrzeug der Operativen Ergänzungsdienste Traunstein den Schwertransporter auf Höhe Grabenstätt feststellen und nach Siegsdorf zur Wache der Verkehrspolizei beordern. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der 44-jährige Fahrer des Schwertransporters eine Vielzahl von Auflagen aus der Schwertransportgenehmigung nicht beachtet hatte. So sparte man sich unter anderem nicht nur das vorgeschriebene Begleitfahrzeug, dessen Aufgabe die Absicherung des Schwertransports nach hinten gewesen wäre, überdies wurde die Polizei, welche die Durchfahrt unter den Autobahnbrücken mit geringer Geschwindigkeit und dabei festgelegter Fahrstreifenwahl hätte absichern müssen, nicht wie vorgeschrieben eingebunden. Der 44-jährige polnische Staatsbürger führte seinen Schwertransporter vielmehr ohne jegliche Begleitung, mit erheblich überhöhter Geschwindigkeit und ohne Berücksichtigung der auferlegten Fahrspur durch den Brückenbereich, so dass in der Tat eine Kollision mit einer Autobahnbrücke erfolgte.

Entsprechende Unfallspuren an der Ladung, einer rund vier Meter hohen Kabeltrommel, konnten durch die Schwerverkehrsgruppe der Verkehrspolizei Traunstein festgestellt und dokumentiert werden. Die Trommel aus massivem Stahl wies am oberen Ende eine nicht unerhebliche Eindellung sowie frische Schrammspuren auf, außerdem fehlten im obersten Bereich einige der ursprünglich als Kabelabdeckung angebrachten Holzbretter.

Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Fahrer wegen des Verdachts des unerlaubten Entfernens vom Unfallort sind noch nicht abgeschlossen, in jedem Falle aber ist dem Fahrer zumindest ein Bußgeld im oberen dreistelligen Bereich für die begangenen Ordnungswidrigkeiten sicher. Vermutlich noch deutlich teurer, im Bereich von etlichen tausend Euro, dürfte der Vorfall für die polnische Spedition werden, denn die Missachtung beinahe sämtlicher Transportauflagen eröffnet der Polizei die Möglichkeit, gegen das Unternehmen ein entsprechendes Vermögensabschöpfungsverfahren einzuleiten.


0 Kommentare