27.05.2019, 09:39 Uhr

Am Kehlstein Tscheche stürzt 100 Meter tief über Felswand in den Tod

(Foto: BRK BGL)(Foto: BRK BGL)

Am frühen Freitagnachmittag, 24. Mai, hat ein 55-jähriger Tscheche beim Abstieg vom Kehlstein in etwa 1.650 Metern Seehöhe auf einem steilen Schneefeld den Halt verloren und ist über eine nahezu senkrechte Felswand 100 Meter tödlich abgestürzt.

BERCHTESGADEN. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen kam für den Touristen jede Hilfe zu spät. Der Mann war am Freitagvormittag mit seiner Ehefrau über die Dalsenwinkelstraße zum Kehlstein aufgestiegen. Anschließend wollten sie eigentlich auf der südseitig gelegenen Kehlsteinstraße wieder talwärts wandern. Da die Straße aber wegen Felsputzarbeiten gesperrt war, entschied sich das Paar, auf dem Aufstiegsweg zurückzuwandern.

Dabei querten sie in einer Höhe von etwa 1.650 Metern einen sehr steilen, schneebedeckten Hang. Aus ungeklärter Ursache verlor der Ehemann das Gleichgewicht, rutschte vor den Augen seiner Frau im steilen Schneefeld nach unten und stürzte über eine gut 100 Meter hohe, fast senkrechte Felswand ab. Ein amerikanisches Ehepaar, das sich unterhalb im Aufstieg befand, musste den Sturz mit ansehen. Der Amerikaner eilte quer nach oben zu dem Abgestürzten, während seine Ehefrau einen Notruf absetzte.

Die Leitstelle Traunstein schickte neben der Berchtesgadener Bergwacht auch umgehend den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ los, der einen Notarzt sowie einen Bergretter in unmittelbarer Nähe der Einsatzstelle über die Kufe im Schwebeflug aussteigen lassen konnte. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsversuche durch den Amerikaner und danach durch die Einsatzkräfte konnte der Notarzt schließlich nur noch den Tod des Mannes feststellen.

„Christoph 14“ flog die Ehefrau sowie das amerikanische Paar von der Einsatzstelle zum Zwischenlandeplatz auf der Mountain Galerie des Kempinski Hotels, wo sie dann der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht betreute. Die Bergwacht musste den Verstorbenen bodengebunden mit der Trage bergen und bei der Mautstelle an den Bestatter übergeben. Ein Polizeibergführer der Berchtesgadener Polizei nahm den tödlichen Unfall auf.

Am Grünstein Klettersteig in Not geraten

Zeitgleich zum Einsatz am Kehlstein meldeten sich zwei Männer telefonisch bei der Leitstelle, die sich gerade im Grünstein Klettersteig befanden. Einer der beiden, ein 27-jähriger Rheinland-Pfälzer, war ins Klettersteigset gefallen und hatte sich dabei leicht verletzt; ein weiterer Aufstieg war für den zunehmend erschöpften und Mann auch aufgrund seiner Verletzung nicht mehr möglich.

Als der Rettungshubschrauber „Christoph 14“ am Kehlstein nicht mehr benötigt wurde, flog er weiter zum Grünstein, wo er nach einem Überflug die beiden schnell gefunden hatte und danach am Schneewinkl-Tallandeplatz landete. Nachdem die Besatzung das 25-Meter-Tau an der Maschine befestigt hatte, flog sie einen Berchtesgadener Bergretter zum Unfallort im Klettersteig hinauf, der den 27-Jährigen medizinisch erstversorgte und für den Abtransport am Tau vorbereitete. Unten am Tallandeplatz angekommen untersuchte der Hubschrauber-Notarzt den Mann, den dann eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes zur ambulanten Behandlung in der Berchtesgadener Kreisklinik brachte.


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