25.03.2019, 09:28 Uhr

Glück und Leid 82-Jährige tot aus der Saalach geborgen, Rollstuhlfahrer aus Wassergraben gerettet

(Foto: BRK BGL)(Foto: BRK BGL)

Am Freitagnachmittag mussten die Einsatzkräfte der BRK-Wasserwacht und der Freiwilligen Feuerwehren innerhalb von zwei Stunden zu drei Wasserrettungseinsätzen an der Salzach und an Saalach ausrücken; eine 82-Jährige konnte nur noch tot geborgen werden – einem halbseitig gelähmten 73-Jährigen retteten Ersthelfer durch ihr rasches Eingreifen vermutlich das Leben.

FREILASSING/PIDING Gegen 13.15 Uhr wurden die Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´) der Wasserwachten Freilassing-Ainring, Laufen-Leobendorf und Bad Reichenhall, der Einsatzleiter Wasserrettung, ein Rettungswagen und die BRK-Bereitschaften mit ihrem Einsatzleitwagen auf Anforderung der Polizei nach Freilassing zu einer Vermisstensuche auf der Salzach alarmiert. Die BRK-Wasserwacht suchte den Fluss unter anderem per Boot ab, konnte die vermisste Frau aber nicht finden.

82-Jährige tot aus der Saalach geborgen

Während der Suche lief eine weitere Vermisstensuche der Polizei nach einer dementiell erkrankten 82-jährigen Frau, die am Vormittag gegen 10 Uhr aus ihrer Wohngruppe in Piding verschwunden war. Gegen 14.25 Uhr entdeckte die Besatzung eines Polizeihubschraubers die Vermisste auf Höhe von Hirschloh in der Saalach treibend. Die Leitstelle Traunstein schickte sofort ein Großaufgebot an Einsatzkräften zur Rettung los, darunter die BRK-Wasserwachten Bad Reichenhall und Berchtesgaden, die Freiwilligen Feuerwehren Ainring, Piding und Bad Reichenhall mit ihrer Tauchergruppe, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aus dem Landkreis Traunstein, den Einsatzleiter Wasserrettung, den Innsbrucker Notarzthubschrauber „Christophorus 1“, den Einsatzleiter Rettungsdienst und einen Rettungswagen des Reichenhaller Roten Kreuzes. Die Einsatzkräfte konnten die Frau nur noch tot aus dem Fluss bergen und nicht mehr wiederbeleben. Die Kriminalpolizei Traunstein hat zur Klärung der genauen Todesursache die Ermittlungen aufgenommen. Der Kriseninterventionsdienst (KID) des Roten Kreuzes begleitete bei der Überbringung der Todesnachricht.

Ersthelfer retten Elektro-Rollstuhlfahrer aus Wassergraben

Noch auf der Rückfahrt zur Wache musste die Rettungswagen-Besatzung wieder zur Saalach ausrücken, wo ein einheimischer 73-jähriger Elektro-Rollstuhlfahrer auf Höhe des Pidinger Stegs auf der Marzoller Seite der Saalachauen bergab vom leicht abschüssigen Weg abgekommen und in einen Überschwemmungswassergraben gefahren war. Radfahrer und Fußgänger waren sofort zur Stelle und retteten dem halbseitig gelähmten Mann vermutlich das Leben, da er bereits bis zur Brust im Wasser war und Angst hatte, auch noch mit dem Kopf unterzugehen. Die Einsatzkräfte, die noch wegen der vorherigen Wasserrettung in der Nähe waren, kümmerten sich um den unverletzten, aber durchnässten und frierenden Einheimischen. Die Rettungswagen-Besatzung forderte den Behindertenfahrdienst des Roten Kreuzes nach, der den Mann mit einem Spezialfahrzeug per Hublift am Pidinger Damm aufnahm und nach Hause brachte, wo er sich unter der heißen Dusche wieder aufwärmen konnte. „Ich war überwältigt, wie schnell mir geholfen wurde und wie viele Leute sofort da waren, bei denen ich mich überhaupt nicht mehr bedanken kannte, weil alles so rasch ging“, lobt der Gerettete, der den gefährlichen Zwischenfall unverletzt überstanden hatte.


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