21.02.2019, 13:50 Uhr

Er ist eine kleine Sensation Luke, der neugierige Bahnhofs-Kater aus Freilassing


Er ist bei Eisenbahnern und Reisenden in Freilassing bekannt wie ein „bunter Hund“. Gestatten: Bahnhofs-Kater Luke.

FREILASSING. Wenn Julia W. früh morgens ihre erste Bahnhofsrunde antritt, wird sie schon oft sehnsüchtig erwartet: von Bahnhofs-Kater Luke! Der hübsche schwarz-weiß gefleckte Streuner ist nämlich ein richtiger „Eisenbahner“. Denn in der Bahnhofshalle fühlt sich der neugierige Vierbeiner pudelwohl, man könnte fast sagen, Luke hat hier sein zweites Zuhause gefunden.

Mal kuschelt er sich zu Reisenden auf die Bänke, mal schleicht er vor dem Döner Kiosk umher und erhofft sich ein paar heruntergefallene Bissen, oder er sitzt einfach am großen Fenster und beobachtet das rege Treiben rund um den Bahnhof. „Sein Lieblingsplatz ist vor der großen Glasfront. Da kauert er oft stundenlang und hat immer etwas Spannendes zu sehen“, sagt Julia W., die als Mitarbeiterin des Serviceteams im Bahnhof Freilassing arbeitet.

Die Bahnhofshalle ist sein zweites Zuhause

Wenn Luke müde wird und Streicheleinheiten braucht, kommt er auch gerne zu ihr: „Ich habe ihm ein eigenes kleines Deckchen vor das beheizte Panorama-Fenster gelegt. Das liebt er.“

Doch nicht nur in der Bahnhofshalle ist die streunende Samtpfote seit mittlerweile mehreren Monaten bekannt, auch den Kollegen der Berchtesgadener Land Bahn (BLB) stattet Luke gerne einen Besuch ab. Wer jetzt meint, Luke wäre ein herrenloser Streuner, ohne ein Zuhause, liegt falsch. Seine Familie wohnt nur einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt. „Er lässt sich schon regelmäßig daheim blicken, doch für ihn als Freigänger ist der Trubel rund um den Bahnhof halt einfach interessanter“, sagt Lukes Besitzerin.

Natürlich kann ein Bahnhof für einen verträumten Kater schnell zu einem gefährlichen Ort werden: an- und abfahrende Züge, eine befahrene Straße, automatisch schließende Türen. Doch Luke nimmt das alles ganz cool: „Er weiß, wie er die Automatik-Türen der Bahnhofshalle auf- und zumachen muss. Den Bahnsteig 1 und den restlichen Gleisbereich meidet er komplett. Auch die Straße überquert er sehr achtsam. Ich bin ihm schon öfters gefolgt“, sagt die DB-Mitarbeiterin Julia. Allerdings ist es schon ein paar Mal vorgekommen, dass besorgte Passanten Luke beim Tierheim Freilassing gemeldet haben.

Bitte nicht füttern und nicht das Tierheim rufen

Deshalb hat Julia W. jetzt ein Plakat in der Bahnhofshalle aufgehängt: „Liebe Reisende und Gäste: Ich (Luke) wohne gleich in der Nähe und bin gerne da! Auch finde ich den Weg nach Hause von ganz allein zurück :-) Ich kann nämlich die Türen selbstständig öffnen ... Bitte nicht das Tierheim verständigen – ich bin nun mal ein Streuner und gerne rund um den Bahnhof unterwegs.“ Außerdem wird dringend darauf hingewiesen, Luke nicht zu füttern: „Sonst geht der Bazi gar nicht mehr heim!“ Wenn Sie also Luke bei ihrer nächsten Reise am Freilassinger Bahnhof treffen, würde er sich über Streicheleinheiten sehr freuen. Er dankt es ihnen mit wohlwollendem Schnurren ...


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