02.01.2019, 10:28 Uhr

BRK zum Jahreswechsel stark gefordert Insgesamt 67 Verletzte und Erkrankte innerhalb von 24 Stunden

(Foto: BRK BGL/Leitner)(Foto: BRK BGL/Leitner)

Aufgrund des erhöhten Einsatzaufkommens in der Silvesternacht waren die ehrenamtlichen Sanitäter der BRK-Bereitschaften Stadt Freilassing und Berchtesgaden insgesamt fünfmal zur Spitzenabdeckung als Ergänzung zum regulären Rettungsdienst und Krankentransport im Einsatz. Sie versorgten mit ihren beiden Notfallkrankenwagen insgesamt vier verletzte und akut intern erkrankte Patienten und brachten sie in Kliniken und rückten zu einer Brandabstellung am Gasthaus Dreisesselberg in Bayerisch Gmain aus.

LANDKREIS BGL. Nach mehreren, einzelnen Spitzenabdeckungen im Dezember, zuletzt am Sonntagmittag gegen 11.15 Uhr bei einem internistischen Notfall in Freilassing, waren in die Ehrenamtlichen in der Silvesternacht gleich mehrere Stunden in Folge gefordert. Los gings kurz nach 21 Uhr mit einem Kreislaufkollaps einer älteren Frau in Surheim. Gegen 22.50 Uhr musste ein gestürzter Radfahrer mit Kopfverletzung von der Kreisklinik Freilassing nach Bad Reichenhall verlegt werden. Kurz nach 2 Uhr folgte für die Freilassinger der dritte Alarm: Ein gestürzter älterer Mann mit Kopfverletzung musste in Mitterfelden versorgt und in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert werden. Kurz nach 4.30 Uhr musste die BRK-Bereitschaft Berchtesgaden in den Markt ausrücken, wo ein Bewusstloser mit einer Kopfverletzung nach einem Sturz zusammen mit dem Reichenhaller Notarzt versorgt und in die Kreisklinik Bad Reichenhall gebracht werden musste. Gegen 5.45 Uhr auf der Rückfahrt nach Berchtesgaden mussten die ehrenamtlichen Sanitäter dann zusammen mit den Feuerwehren Bayerisch Gmain und Bad Reichenhall, dem Reichenhaller Rettungswagen und dem Einsatzleiter Rettungsdienst zu einem Brand hinter dem Gasthaus Dreisesselberg in Bayerisch Gmain ausrücken, der sich auf österreichischem Gebiet befand. Die Feuerwehr Großgmain war bereits im Einsatz und löschte den brennenden Anhänger, von dem zuvor ein professionelles Feuerwerk abgeschossen worden war, unter Atemschutz ab; verletzt wurde niemand.

Erhöhtes Einsatzaufkommen zum Jahreswechsel

Insgesamt verzeichnete das Rote Kreuz im Berchtesgadener Land im Zeitraum zwischen dem 31. Dezember, 11 Uhr und dem 1. Januar, 11 Uhr ein allgemein erhöhtes Einsatzaufkommen, wie es aber sonst mehrmals im Jahr regional bedingt durch andere Faktoren auch vorkommt, beispielsweise bei großer Hitze mit vielen Kreislaufproblemen, Straßenglätte mit vielen Verkehrsunfällen und Stürzen oder Tourismus mit vielen Wander- oder Wintersport-Unfällen. Insgesamt 67 verletzte oder intern erkrankte Patienten mussten innerhalb von 24 Stunden medizinisch versorgt und transportiert werden, wobei bei einigen Notfällen auch mehrere Fahrzeuge im Einsatz waren und die Sanitäter auch mehrmals zu Gebietsabsicherungen ausrücken mussten, damit der gesamte Landkreis während gleichzeitiger Notfälle bei möglichen Folge-Einsätzen optimal versorgt ist. Der Großteil davon waren internistische Notfälle, gefolgt von Verletzten nach Stürzen, körperlichen Auseinandersetzungen und Verkehrsunfällen und stark alkoholisierte Patienten.

Spitzenabdeckung durch Schnell-Einsatz-Gruppen

Seit 2011 gibt es die Rettungsdienst-Spitzenabdeckung durch die ehrenamtlich betriebenen Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der BRK-Bereitschaften, die den regulären Rettungsdienst und Krankentransport unterstützen, wenn besonders viel los ist und kein Rettungs- oder Krankenwagen mehr frei ist. „Dieses sinnvolle Plus an Sicherheit für die Menschen im Landkreis leisten wir ausschließlich ehrenamtlich; die zusätzlichen Fahrzeuge und Ausrüstung müssen aber nahezu komplett mit Spenden aus der Bevölkerung finanziert werden“, betont Kreisbereitschaftsleiter Florian Halter. Bei der Spitzenabdeckung des regulären Rettungsdienstes und Krankentransports hat sich die 2011 durchgeführte Aufteilung in kleinere Einheiten wie SEG Behandlung und Transport bereits mehrfach bewährt. „Die Besatzungen sind sehr schnell einsatzklar und können den Rettungsdienst bei Engpässen rasch und effektiv ergänzen“, freut sich Halter. Geografisch ist das Berchtesgadener Land aufgrund der Berge gerade im südlichen Landkreis von den Nachbarregionen abgeschnitten. Wenn alle regulären Rettungsmittel bereits im Einsatz sind, kann die Leitstelle deshalb auf die SEG´n zurückgreifen. Die BRK-Bereitschaften im Landkreis halten zur Ergänzung des Rettungsdienstes und für Großschadensfälle aller Art 21 zusätzliche Fahrzeuge, neun Anhänger und umfangreiche Ausrüstung bereit, die - genauso wie die Aus- und Fortbildung der freiwilligen Sanitäter - fast ausschließlich über Spendengelder finanziert werden.

Verkehrsunfälle halten Retter in Atem

Der 24-Stunden-Einsatzmarathon begann mit einem Verkehrsunfall und endete mit einem Verkehrsunfall: Am Montagvormittag gegen 11 Uhr ereignete sich ein Verkehrsunfall an der Einmündung der Kurfürstenstraße in die Reichenhaller Umgehungsstraße (B21). Der 78-jährige Unfallverursacher aus Bad Reichenhall fuhr mit seinem Mitsubishi auf der B21 in Richtung Lofer und wollte nach links in die Kurfürstenstraße abbiegen. Dabei übersah er den Alfa einer auf der B21 entgegenkommenden 71-jährigen Frau aus Bad Reichenhall. Durch die Wucht des Aufpralls kam die 71-jährige Geschädigte nach rechts von der Fahrbahn ab und blieb erst an einem parallel zur Bundesstraße verlaufenden Maschendrahtzaun stehen. Der Pkw des Unfallverursachers drehte sich im Einmündungsbereich um die eigene Achse. Die beiden Unfallbeteiligten waren nach dem heftigen Unfall glücklicherweise nur leicht verletzt. Das Reichenhaller Rote Kreuz war mit beiden Rettungswagen und dem Notarzt vor Ort, versorgte die Patienten und brachte sie dann in die nahe Kreisklinik Bad Reichenhall. Beide Autos wurden durch den Unfall schwer beschädigt und mussten abgeschleppt werden. Es entstand ein Gesamtschaden in Höhe von rund 7.500 Euro. Darüber hinaus wurde durch herumfliegende Trümmerteile die Windschutzscheibe des ebenfalls an der Einmündung stehenden Nissan-Geländewagens eines 42-jährigen Österreichers beschädigt. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 500 Euro. Die Feuerwehr Bad Reichenhall war mit zwölf Mann und zwei Fahrzeugen vor Ort, regelte den Verkehr und reinigte die Straße. Gegen den 78-jährigen Unfallverursacher leitete die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung bei einem Verkehrsunfall ein.

VW-Bus kommt von der Fahrbahn ab und prallt in Steinmauer

Am Dienstagvormittag gegen 11 Uhr wurden zwei Menschen bei einem Verkehrsunfall auf der B304 bei Straß verletzt. Eine Rettungswagen-Besatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes und eine Krankenwagen-Besatzung aus Freilassing waren zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Ainring und der Freilassinger Polizei im Einsatz und brachten die nach erster Einschätzung leichter Verletzten ins Krankenhaus. Am Ortseingang von Straß aus Richtung Teisendorf kommend war ein VW-Bus nach links von der Fahrbahn abgekommen. Nach einer Strecke auf einer Wiese prallte das Fahrzeug mit der rechten Fahrzeugseite an eine Steinmauer und kippte wieder auf die Fahrbahn zurück. Die Feuerwehr war mit 23 Einsatzkräften und vier Fahrzeugen vor Ort, kümmerte sich um die Erstversorgung der beiden Insassen, bis das Rote Kreuz eintraf und sicherte das Unfallfahrzeug. Der Einsatz dauerte knapp über eine Stunde und wurde von der Freilassinger Polizei aufgenommen.


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