20.11.2018, 10:50 Uhr

Frontalcrash Taxilenker (80) verursacht auf der A 95 mit Tempo 150 Geisterfahrer-Unfall

(Foto: Christa Latta)(Foto: Christa Latta)

Zur Unfallursache laufen die Ermittlungen noch, er zeichnen sich aber Hinweise ab, dass der 80jährige Unfallverursacher Diabetiker ist und der Unfall evtl. auf körperliche Beeinträchtigung durch Unterzucker zurückzuführen ist.

WOLFRATSHAUSEN Zu einem schweren Verkehrsunfall, ausgelöst durch einen Geisterfahrer, kam es gestern gegen 21.20 Uhr auf der A 95 (München-Garmisch-Partenkirchen) zwischen den Anschlussstellen Wolfratshausen und Seeshaupt.

Ein 80jähriger Taxifahrer aus dem Raum Augsburg war mit seinem Taxi ohne Fahrgast im Bereich des Starnberger Sees unterwegs. Er hätte bereits am Nachmittag zurück in Augsburg sein sollen. Nach telefonischem Kontakt mit seiner Zentrale, bei dem der Mann keine sinnigen Angaben machte, wurde die Polizei informiert und eine GPS-Ortung durch das Taxiunternehmen durchgeführt.

Nach Lokalisierung im Bereich Münsing, Fahrtrichtung Wolfratshausen, fuhr eine Streife der Polizeiinspektion Wolfratshausen dem Taxi entgegen und erwartete das Fahrzeug an der Anschlussstelle der Autobahn. Zeitgleich wurde über die Einsatzzentrale gemeldet, dass der Gesuchte nun auf der BAB in Richtung Garmisch-Partenkirchen sei. Zu diesem Zeitpunkt wurde aber noch von der richtigen Fahrbahn ausgegangen.

Eine Streife der zuständigen Verkehrspolizeiinspektion Weilheim fuhr mit sehr hoher Geschwindigkeit aus Richtung Garmisch kommend in Richtung Anschlussstelle Wolfratshausen. Sie erreichen die Ausfahrt aber nicht mehr, weil sie praktisch Augenzeugen des Geisterfahrerunfalles wurden und nur mit großem Glück rechtzeitig anhalten konnten und sofort mit Bergung und Versorgung der Beteiligten begannen.

In den Unfall waren drei Fahrzeuge verwickelt, das Taxi war mit einer Geschwindigkeit von ca. 150 km/h falsch in Richtung Garmisch-Partenkirchen unterwegs und kollidierte mit zwei entgegenkommenden Fahrzeugen, einem davon frontal. Ein einzelnen handelte es sich dabei um eine 51jährige Münchnerin, die mit einem Audi unterwegs war und einem 37jährigen Münchner, der einen Alfa Romeo fuhr.

Die drei Beteiligten wurden bei dem Unfall mittelschwer verletzt und waren vorerst noch ansprechbar, was einem Wunder gleichkommt. Alle Verletzten wurden durch die herbeigerufenen Rettungsdienste weiterversorgt und in Krankenhäuser eingeliefert.

Die beteiligten Fahrzeuge haben nur noch Schrottwert und wurden durch Abschleppdienste von der Autobahn entfernt.

Es entstand ein Gesamtschaden von ca. 120 000 Euro, die komplette Fahrbahn musste für ca. 2 Stunden gesperrt werden und wurde baldmöglichst nach Reinigung wieder für den Verkehr freigegeben.

Vielfache Helfer von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten halfen bei der Aufarbeitung des Unfalles.

Zur Unfallursache laufen die Ermittlungen noch, er zeichnen sich aber Hinweise ab, dass der 80jährige Unfallverursacher Diabetiker ist und der Unfall evtl. auf körperliche Beeinträchtigung durch Unterzucker zurückzuführen ist.

Die Verkehrspolizei Weilheim bittet in diesem Zusammenhang dringend darum, bei Autobahn auf- und Abfahrten immer hohe Sorgfalt walten zu lassen, damit man nicht selbst zum Geisterfahrer wird.


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