07.11.2018, 16:14 Uhr

Kinderklinik Per Crowfunding finanziertes Ultraschallgerät hilft, Leben Jüngster zu retten

Für Priv.-Doz. Dr. med. habil. Gerhard Wolf (re.), Chefarzt der Kinderklinik, seinem leitenden Oberarzt Dr. Ralf Brangenberg (li.) und dem gesamten Ärzteteam leistet das durch Spenden finanzierte Ultraschallgerät täglich gute Dienste. (Foto: Kliniken Südostbayern AG)Für Priv.-Doz. Dr. med. habil. Gerhard Wolf (re.), Chefarzt der Kinderklinik, seinem leitenden Oberarzt Dr. Ralf Brangenberg (li.) und dem gesamten Ärzteteam leistet das durch Spenden finanzierte Ultraschallgerät täglich gute Dienste. (Foto: Kliniken Südostbayern AG)

Insgesamt über 52.000 Euro waren um den Jahreswechsel für das neue Gerät zusammengekommen. Fast 300 Unterstützer hatten unter dem Motto „Viele schaffen mehr“ bei der Crowfunding-Aktion der Kliniken Südostbayern AG und der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG Bad Reichenhall kleinere und größere Beträge gespendet.

TRAUNSTEIN. Gerade erst hat es ihnen wieder wertvolle Dienste geleistet: „Unser neues Sonographie-Gerät war auch heute Nacht ständig im Einsatz“, sagen Priv.-Doz. Dr. med. habil. Gerhard Wolf, Chefarzt der Kinderklinik im Klinikum Traunstein, und sein Leitender Oberarzt Dr. Ralf Brangenberg. „Wir sind allen Teilnehmern unserer Crowfunding-Aktion zu Anfang dieses Jahres sehr, sehr dankbar, dass wir mit ihrer überwältigend großen Unterstützung dieses auf die hochspezialisierten Anforderungen der Kinder-Intensivmedizin ausgestattete Ultraschallgerät anschaffen konnten“, so die engagierten Ärzte der Kliniken Südostbayern AG.

In der Kinderklinik im Klinikum Traunstein mit ihren 60 Betten auf drei Stationen bieten Chefarzt Dr. Wolf und sein multiprofessionelles Team den kleinen Patienten und ihren Eltern als Verbund-Perinatal-Zentrum mit dem Klinikum Rosenheim die höchstmögliche Versorgungsstufe des Level 1. Sie behandeln alle pädiatrischen und, in Zusammenarbeit mit den Kinderchirurgischen Kollegen im Hause, alle kinderchirurgischen Krankheiten. Auf der Kinder-Intensivstation werden rund um die Uhr alle Frühgeborenen und kranken Neugeborenen individuell und liebevoll versorgt. Rund 13.000 Fälle im Jahr verzeichnet die Kinderklinik jährlich allein im stationären Bereich. „Tendenz stetig steigend“, so Dr. Wolf. Aufgrund ihres breiten Behandlungsspektrums und hochspezialisierten Wissens ist die Kinderklinik auch rund um die Uhr bei Notfällen wie Hirnhautentzündungen oder Schädel-Hirn-Traumen aus verschiedenen Landkreisen die Anlaufstelle der Wahl.

„Im Ernstfall zählt jede Minute“, betont Dr. Ralf Brangenberg. Der Kinderkardiologie ist wie Dr. Wolf Neonatologe, also auf die medizinische Behandlung Neugeborener spezialisierter Kinderarzt. Er erklärt, dass das neue Ultraschallgerät der jüngsten Generation durch seine rasche Betriebsbereitschaft binnen zehn Sekunden besonders notfalltauglich sei. Im Gegensatz zu Vorgängergeräten verstriche keine kostbare Zeit durch das zeitaufwendige Hochfahren des Sonographen bis zum Einsatz. Ultraschall ist bei den Kinder- und Jugendmedizinern grundsätzlich in den verschiedensten Situationen im Einsatz. So verwenden sie ihn beispielsweise zur Kontrolle, wenn sie notfallmäßig bei Luft zwischen den Lungenblättern oder im Herzbeutel Drainagen legen müssen oder auch bei der Anlage von Kathetern in herznahe Gefäße, so Dr. Brangenberg.

Möglich macht dies eine weitere Besonderheit des neuen Sonographie-Geräts: „Es verfügt über einen eigens für den Einsatz in der Kindermedizin entwickelten kleinen Schallkopf, der für die nur ein bis zwei Millimeter großen Gefäße von Kindern optimal geeignet ist“, erklärt Dr. Wolf. „So können wir nicht nur schneller, sondern auch sicherer sonographisch gesteuerte Gefäßpunktionen bei Früh- und Neugeborenen durchführen.“ Um unnötige Strahlenbelastungen für die Kleinsten zu vermeiden, sei Ultraschall auch bei Routineuntersuchungen etwa der Nieren heute selbstverständlich. „Aus diesen Gründen sind unsere Ultraschallgeräte so gut wie ständig im Einsatz“, so der Chefarzt. „Wir haben das neue Gerät seit März im Einsatz und es ist eine wirklich große Bereicherung“, sind er und Dr. Brangenberg sich einig. Dr. Wolf betont, dass „der Rückhalt der Bevölkerung in einer Zeit, in der im deutschen Gesundheitswesen nicht mehr alles finanziert wird und Alternativen wie Crowfunding oder Spenden gesucht werden müssen, nicht selbstverständlich ist. Daher freuen wir uns sehr und bedanken uns vielmals, dass die Bürgerinnen und Bürger uns so intensiv unterstützt haben und hinter uns und unserer Arbeit stehen.“

Insgesamt über 52.000 Euro waren um den Jahreswechsel für das neue Gerät zusammengekommen. Fast 300 Unterstützer hatten unter dem Motto „Viele schaffen mehr“ bei der Crowfunding-Aktion der Kliniken Südostbayern AG und der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG Bad Reichenhall kleinere und größere Beträge gespendet. Die VR-Bank hatte zudem jede eingehende Spende um 25 Prozent aufgestockt. „Diese schöne Erfolg macht uns Mut, voraussichtlich gegen Ende dieses Jahres wieder eine Crowfunding-Aktion zu starten“, sagt Corinna Noack-Aetopulos, bei den Kliniken Südostbayern zuständig für Fundraising und Drittmittelmanagement. Unabhängig davon könne jeder Interessierte zu jeder Zeit über den Internetauftritt des Klinikverbundes www.kliniken-suedostbayern.de unter dem Menüpunkt „Patienten & Besucher“ unter „Spenden & Helfen“ mehr über das Thema Spenden erfahren und diese auch gezielt – zum Beispiel für die Kinderklinik – einsetzen.


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