18.10.2018, 11:31 Uhr

Weltweiter Tag der Wiederbelebung Rotes Kreuz baut Netzwerk an Frühdefis im Landkreis aus

(Foto:  BRK BGL/ml)(Foto: BRK BGL/ml)

Ausbildungsleiter Hermann Scherer bittet Firmen, Hotels und Sponsoren, ihre Frühdefis mit Standort über die dafür vorgesehene App zu registrieren.

BERCHTESGADENER LAND Pünktlich zum weltweiten Tag der Wiederbelebung am 16. Oktober erinnert das Rote Kreuz im Berchtesgadener Land daran, dass im Notfall jeder Mensch ein Leben retten kann, wobei vor allem bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand der Zeitvorteil ausschlaggebend ist, wenn Ersthelfer direkt vor Ort sind und die Zeit überbrücken, bis mit Notarzt und Notfallsanitätern professionelle Hilfe eintrifft. „Wenn das Herz nicht mehr schlägt und der Kreislauf zusammenbricht, entscheidet wirklich jede Minute über Leben und Tod. Jeder Mensch sollte sich bewusst machen, dass ihm völlig unerwartet plötzlich die Rolle des Ersthelfers zufallen kann; wer dann entschieden handelt, hat gute Chancen, ein Leben zu retten!“, erklärt Ausbildungsleiter Hermann Scherer.

Im Ernstfall sicher und entschlossen handeln: Erste-Hilfe-Wissen auffrischen

Mit Herzdruckmassage und Beatmung können Laien dabei den Blutkreislauf trotz Ausfall des Herzens soweit aufrecht erhalten, dass keine tödlichen Schäden an lebenswichtigen Organen auftreten – damit das Herz aber wieder in seinen Rhythmus kommt, braucht es einen Stromschlag – die Einsatzkräfte haben dafür einen Defibrillator mit vielen Funktionen, wobei es diese Geräte auch seit einigen Jahren in einer halbautomatischen Version für Ersthelfer gibt. Scherer: „Das Gerät kann grundsätzlich von jedem auch ohne Einweisung bedient werden, spricht mit dem Benutzer und erklärt genau, wie vorzugehen ist – ein Stromschlag wird nur dann abgegeben, wenn er tatsächlich notwendig und damit lebensrettend ist – niemand muss also Angst haben, dass er etwas falsch macht! Der einzige Fehler wäre, aus Unsicherheit zu zögern, lange abzuwarten und nichts zu machen, da ein Mensch mit Herzkreislauf-Stillstand ohne Ersthelfer keine große Chance hat, zu überleben!“ Wer sich unsicher ist, kann sein Wissen bei Erste-Hilfe-Kursen auffrischen, die Rotes Kreuz oder Malteser Hilfsdienst (MHD) im Landkreis anbieten. Aktuelle Kurstermine findet man unter www.brk-berchtesgadenerland.de oder www.malteser-bistum-muenchen.de.

Defis in der Defi-App registrieren und im Notfall darauf zugreifen

Viele Firmen und Sponsoren im Berchtesgadener Land haben mittlerweile zum Wohl ihrer Mitarbeiter und der Bevölkerung in ihren Gebäuden diese so genannten Frühdefis oft öffentlich zugänglich installiert und ihre betrieblichen Ersthelfer in erweiterten Erste-Hilfe-Kursen darauf geschult. So befinden sich etwa in vielen Filialen der ortsansässigen Banken rund um die Uhr zugängliche Defis. Das Rote Kreuz hat seit einiger Zeit eigene Handy-App in Betrieb, in der die Standorte dieser Frühdefis alle angezeigt werden, damit jeder im Notfall darauf rasch zugreifen und ein Leben retten kann. Mittlerweile sind deutschlandweit schon viele tausend Geräte erfasst, Hermann Scherer bittet aber, alle Besitzer im Landkreis, ihre Geräte ebenfalls bei ihm anzugeben oder selbst über die App zu registrieren. Jeder kann sich die „Rot Kreuz Defi und Notruf App“ auf sein Smartphone herunterladen, dort selbst bei den Einstellungen seinen Defi anmelden und im Notfall auf die Karte mit allen registrierten Defis zugreifen.

„Wir wollen damit einen Beitrag zur Verbesserung der Rettungskette liefern. Gerade in ländlichen Regionen oder wenn die Rettungsmittel gebunden sind, kann der frühzeitige Einsatz eines Defibrillators die Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich erhöhen! Dabei gilt es, den nächst gelegenen Frühdefi rasch zu finden und dem Einsatzort zuzuführen“, erklärt BRK-Kreisgeschäftsführer Tobias Kurz. Das Rote Kreuz hat zusätzlich zum regulären Rettungsdienst und Krankentransport alle weiteren Einsatzfahrzeuge der BRK-Bereitschaften, der BRK-Wasserwacht und der Bergwacht im BRK mit Frühdefis ausgestattet, darüber hinaus auch Leitungs- und Führungskräfte, die viel im Landkreis unterwegs und auch im Ernstfall als Ersthelfer zunächst auf sich alleine gestellt sind, wie Einsatzleiter, Leitungskräfte und Pressesprecher. „Der Zeitvorteil von einigen Minuten, bis Rettungswagen und Notarzt eintreffen, rettet ein Menschenleben! Eine Defibrillation nach drei bis fünf Minuten nach dem Kreislaufzusammenbruch steigert die Überlebensrate um 50 bis 70 Prozent“, betont Scherer.


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