13.10.2018, 08:30 Uhr

2.000 Helfer mobilisierbar Aufwendige Vorbereitungen für den Ernstfall im Landkreis

Regelmäßige und realitätsnahe Übungen bereiten die Rotkreuz-Helfer bestmöglichst auf Einsätze bei Großschadensereignissen vor. (Foto: BRK KV TS)Regelmäßige und realitätsnahe Übungen bereiten die Rotkreuz-Helfer bestmöglichst auf Einsätze bei Großschadensereignissen vor. (Foto: BRK KV TS)

Kommt es zu einem bedrohlichen Naturereignis wie einem Hochwasser oder einem Großschadensereignis wie einem Zugunglück, ist ein schnelles und gut koordiniertes Eingreifen der Rettungskräfte von zentraler Bedeutung.

TRAUNSTEIN Darum betreibt das Bayerische Rote Kreuz (BRK) im Landkreis Traunstein einen hohen Aufwand, um auch für Notfälle großen Ausmaßes gerüstet zu sein. Am heutigen Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung verweist die Hilfsorganisation auf die Bedeutung eines stets einsatzbereiten Katastrophenschutzes für die Landkreisbevölkerung.

„Das Rote Kreuz ist mit seinem komplexen Hilfeleistungssystem in das Katastrophenschutzkonzept des Landkreises Traunstein integriert“, berichtet Jakob Goëss, der Katastrophenschutz-Beauftragte des BRK-Kreisverbandes Traunstein. Dieses System umfasst den Katastrophenschutz im engeren Sinne, den Rettungsdienst, die Bereitschaften, die Wasserwacht- und Bergwacht-Gruppen, das Jugendrotkreuz, den Blutspendedienst sowie die sozialen Dienste des Roten Kreuzes in Traunstein aber auch anderer Dienststellen in ganz Deutschland.

Aufwendige Übungen notwendig

Damit die Helfer aus den verschiedenen Rotkreuz-Gliederungen miteinander und mit anderen Einsatzkräften im Notfall effizient zusammenarbeiten können, werden regelmäßig aufwendige Übungen organisiert, bei denen der Ernstfall so realistisch wie möglich nachgestellt wird. So wurde vor kurzem in Siegsdorf die Kollision zweier vollbesetzer Reisebusse mit mehreren Toten und rund 80 teils schwer verletzten Personen simuliert. Aufgabe der Rotkreuz-Helfer war es die medizinische Erstversorgung der Patienten zu übernehmen, sie zu registrieren und je nach Dringlichkeit in eine von den BRK-Bereitschaften errichtete mobile Krankenbehandlungsstelle zu transportieren. Vermisste Personen wurden von der Rotkreuz-Rettungshundestaffel geortet. Die Kommunikation und die Koordinierung der Helfer übernahm die mobile Leitstelle des BRK. „Solche Übungen sind anstrengend und bedeuten viel Stress für unsere Helfer. Aber sie sind ganz wichtig, um sich so gut wie möglich auf den Ernstfall vorzubereiten und die Kooperation mit anderen Einsatzkräften wie Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfsdienst zu optimieren“, erklärt Goëss.

Verschiedene Schnelleinsatzgruppen und Fachdienste

Um im Ernstfall schnell auf die jeweilige Notsituation reagieren und wirksam Hilfe leisten zu können, werden vom BRK  vorgehalten. Fünf dieser Schnelleinsatzgruppen (SEG) kümmern sich im Notfall um die Behandlung von Patienten. Jede SEG umfasst zehn Einsatzkräfte und kann rund zehn Schwerverletzte, fünf Mittelschwerverletzte und zehn Leichtverletzte versorgen. Müssen vermisste Personen gesucht werden, kommt die SEG Rettungshunde zum Einsatz. Auf dem Wasser werden die beiden SEGs Wasserrettung aktiv. Die vier SEGs Transport übernehmen den Transport von Verletzten und Kranken zur weiteren medizinischen Versorgung in entsprechende Kliniken und Einrichtungen. Nicht verletzte, jedoch betroffene Personen werden von der SEG Betreuung untergebracht und betreut. Versorgt werden diese Personen und die Helfer von der SEG Verpflegung der Malteser. Diese kann in einem Kochgang mehrere hundert Mahlzeiten zubereiten. Für die Sicherstellung von Infrastruktur und Logistik sorgt die SEG Technik und Sicherheit.

Rund 2.000 BRK-Helfer im Ernstfall zur Stelle

„Insgesamt kann das Rote Kreuz im Landkreis Traunstein im Katastrophenfall auf bis zu 2000 ehrenamtliche Helfer zurückgreifen“, betont Goëss. Damit diese schnell vor Ort sein können, kommen im Katastrophenfall alle verfügbaren Fahrzeuge zum Einsatz. „Sollten diese Kräfte nicht ausreichen, besteht die Möglichkeit über das BRK zusätzliche Kräfte anzufordern. Auch unser Kreisverband stellt Kräfte für überörtliche Hilfeleistungskontingente bereit und verfügt hier schon über einige Erfahrungen“, so Goëss.


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