24.09.2018, 15:20 Uhr

Unglücklicher Unfallhergang Hund reißt sein Herrli 40 Meter in die Tiefe

(Foto: nikkiphoto/123RF)(Foto: nikkiphoto/123RF)

Ein 46-jähriger Berliner stürzte am Königssee-Ostufer 40 Meter über mit Wandstufen durchsetztes Gelände ab und wurde mittelschwer verletzt.

SCHÖNAU AM KÖNIGSSEE. Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ haben am Sonntagabend, 23. September, ein Paar aus Berlin aus absturzgefährlichem Gelände in der Nähe der Rabenwand am Königssee-Ostufer gerettet. Der 46-jährige Mann hatte offenbar seinen Hund an der Leine und wurde von dem Golden Retriever über den Abhang durch den mit Wandstufen durchsetzten Steilhang rund 40 Höhenmeter nach unten gerissen, wobei er sich nach erster Einschätzung mittelschwere Verletzungen zuzog. Seine 37-jährige Begleiterin versuchte abzusteigen, rutschte ab, geriet dabei in absturzgefährliches Gelände und kam weder vor noch zurück.

Als gegen 18 Uhr der Notruf einging, fuhr die Bergwacht über den Malerwinkel-Rundweg an, stieg zunächst zu der unverletzten Frau im Absturzgelände ab und brachte sie per Seilzug auf den sicheren Weg zurück. Ihr verletzter Mann und der Hund waren weiter unten im steilen Bergwald. Die Bergwacht versorgte den 46-Jährigen, der sich diverse Verletzungen am Rücken, an den Extremitäten und am Kopf zugezogen hatte. Die nachgeforderte Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ brachte ihren Flugretter am 50-Meter-Tau zur Unfallstelle und flog den Patienten dann aus einer Waldlichtung liegend per Tau aus. Vom Zwischenlandeplatz gings im Heli direkt weiter zum Salzburger Unfallkrankenhaus. Die Bergwacht brachte anschließend auch den Hund auf den Weg zurück, bevor die angekündigte Unwetter-Front in Berchtesgaden eintraf.

Direkt im Anschluss musste die Bergwacht noch zu einer medizinischen Erstversorgung für einen gegen 22.10 Uhr in einem Schönauer Hotel kollabierten intern erkrankten Patienten ausrücken, da der komplette Landrettungsdienst bereits im Einsatz war. Die ebenfalls alarmierte Besatzung eines Rettungswagens aus Hallein traf wenig später ein, wobei der Erkrankte aber nicht mit ins Krankenhaus fuhr.

Bereits am Freitagabend gegen 20.20 Uhr hatten Kletterer vom Hohen Göll aus einen Notruf abgesetzt, da sie sich bei einsetzender Dunkelheit im Abstieg nach der Route Jubiläumsweg (5+) zum Jagerwiesersteig verstiegen hatten. Die Bergwacht Berchtesgaden konnte telefonisch weiterhelfen, sodass die Leute noch vor dem angekündigten Starkregen wieder sicheres Gelände erreichten.

Am Montagvormittag gegen 10.45 Uhr setzte ein Bergsteiger vom Hocheck aus einen Notruf ab, da er an der Unterstandshütte nicht mehr weiterkam.

Symbolfoto: 123rf.com


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