29.06.2018, 09:58 Uhr

Intensives Ausbildungswochenende Einsatztraining der heimischen Canyon-Retter am Gardasee

(Foto: BRK BGL/Markus Leitner)(Foto: BRK BGL/Markus Leitner)

Spezialisten der Bergwacht im BRK und der BRK-Wasserwacht bereiten sich in anspruchsvollen Gebirgsbächen auf Rettungen in der Region vor.

BERCHTESGADENER LAND/GARDASEE Die Spezial-Einsatzkräfte der gemeinsamen Canyon-Rettungsgruppe (CRG) der Bergwacht-Region Chiemgau und der BRK-Wasserwacht Berchtesgadener Land haben im Juni bei einem intensiven Ausbildungswochenende rund um den Gardasee vier Bäche durchstiegen und sich dabei auf Einsätze in den heimischen Schluchten und Klammen vorbereitet.

Innerhalb von drei Tagen durchstiegen die insgesamt zehn ehrenamtlichen Einsatzkräfte vier technisch anspruchsvolle Bäche, wobei sie bei besten Wasser-Bedingungen Themen wie Strömungslehre, Standplatzbau und Rettung per Seilbahn vertiefen konnten. ,,Solche Übungswochenenden halten die Motivation in der Truppe hoch und ermöglichen es, komplexe Themen einzuüben, die im Einsatz dann von entscheidender Rolle sein können“, erklärt Christian Schieder, Ressortleiter für Canyon-Rettung im Chiemgau und einer der vorbestellten Einsatzleiter der Bergwacht-Bereitschaft Bad Reichenhall.

Die CRG setzt sich aus Spezialisten der regionalen Bergwacht-Bereitschaften im Chiemgau und der Kreis-Wasserwacht Berchtesgadener Land zusammen. Zur ihren Aufgaben zählen die Rettung und Bergung von Verunfallten aus wasserführenden Schluchten und Klammen, die unter dem Begriff Canyon zusammengefasst werden. ,,Die Zusammenarbeit beider Gemeinschaften funktioniert dank der regelmäßigen Übungen reibungslos!“, lobt Schieder. Im Ernstfall werden die Spezialisten ähnlich wie die Höhlenrettung eher selten gebraucht, da nicht jeden Tag ein Unfall in einem Gebirgsbach passiert. Die Spezial-Disziplin verlangt aber viel bergsteigerisches und technisches Können und Wissen. „Die Anforderungen und der Schwierigkeitsgrad der Canyons rund um den Gardasee übersteigen den der heimischen um ein weites; durch die dennoch sehr erfolgreiche Ausbildung sehen wir uns für die kommende Saison einmal mehr gut gewappnet!“

Das kombinierte Einsatzteam ist in Deutschland einmalig und wurde in der Vergangenheit immer wieder zu aufwändigen Einsätzen und Rettungsaktionen gerufen. Sinnbildlich hierfür war die Beteiligung an den Rettungen eingeschlossener Menschen während des Jahrhundert-Hochwassers in Simbach am Inn 2016 – die Canyon-Retter waren gefragte Spezialisten, die per Hubschrauber abgesetzt wurden und die vom Wasser umspülten Menschen sicherten. 2017 mussten sie einen abgestürzten Wanderer in die Almbachklamm retten. „Nur durch Übungen unter realistischen Bedingungen ist es uns möglich, im Ernstfall unser volles Potential abzurufen. Daher gilt immer wieder auch mein Dank der Naturschutzbehörde im Landratsamt Berchtesgadener Land, die uns die Übung in den heimischen Bächen und Klammen erlaubt, was nicht als selbstverständlich angesehen werden kann!“ freut sich Schieder mit seinen Kameraden.


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