24.05.2018, 13:42 Uhr

Seit 25 Jahren im Auslandseinsatz Tag der Gebirgssoldaten am Fuß des Karwendels

Abschreiten der Front: Brigadekommandeur Oberst Jared Sembritzki, Standortältester Oberstleutnant Andreas Bockmann und Bürgermeister Adolf Hornsteiner begrüßen die Truppenfahnen aller Verbände der Gebirgstruppe in Mittenwald. (Foto: Bundeswehr / Christian Giehl)Abschreiten der Front: Brigadekommandeur Oberst Jared Sembritzki, Standortältester Oberstleutnant Andreas Bockmann und Bürgermeister Adolf Hornsteiner begrüßen die Truppenfahnen aller Verbände der Gebirgstruppe in Mittenwald. (Foto: Bundeswehr / Christian Giehl)

Zum dritten Mal feierte die Gebirgsjägerbrigade 23 zusammen mit dem Kameradenkreis der Gebirgstruppe am 17. Mai 2018, den Tag der Gebirgssoldaten in Mittenwald.

MITTENWALD Ein öffentlicher Appell, der Gedenkgottesdienst am Ehrenmal der Gebirgstruppe auf dem Hohen Brendten sowie ein Kameradschaftsabend für aktive und ehemalige Soldaten standen diesjährig im Zeichen „25 Jahre Einsatz der Gebirgstruppe der Bundeswehr“.

Feierlicher Appell im Kurpark „Puit“

Um 10 Uhr begann der der Tag der Gebirgssoldaten mit einem feierlichen Appell im Mittenwalder Kurpark „Puit“, zu dem neben den Abordnungen aller Verbände der Gebirgstruppe – als diesjährige Besonderheit – auch die Militärmusik Tirol angereist war. Da sich das eigene Gebirgsmusikkorps auf dem Festival „Woche der Militärmusik“ im Allgäu befand, sprangen die österreichischen Kameraden unter musikalischer Leitung von Oberst Professor Hannes Abfolterer bereitwillig ein und verliehen der Veranstaltung internationales Flair. Die Tiroler Militärmusiker hatten sich mit dem bayerischen Liedgut bestens vertraut gemacht und begleiteten den Appell mit Musikstücken wie dem „Bayerischen Präsentiermarsch“ oder dem „König Ludwig II. Marsch“. Auch Krieger-, Soldaten- und Reservistenkameradschaften wohnten mit ihren Fahnenabordnungen dem Antreten bei. Der Führer der Paradeaufstellung, Oberst Stefan Leonhard, meldete dem Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Jared Sembritzki, die Verbände mit ihren Truppenfahnen und den Ehrenzug vom Gebirgsjägerbataillon 233. Anschließend schritt der Brigadekommandeur zusammen mit dem Mittenwalder Standortältesten, Oberstleutnant Andreas Bockmann, und Bürgermeister Adolf Hornsteiner die Front ab.

Gebirgstruppe seit 25 Jahren im Einsatz

Nach der Rede des Bürgermeisters, der die tiefe Verbundenheit der Garnison mit seinen Soldaten zum Ausdruck brachte, folgte die Rede des Brigadekommandeurs, in der er die zurückliegende 25-jährige Geschichte der bewaffneten Auslandseinsätze der Gebirgstruppe der Bundeswehr resümierte:

Am 19. November 1993 begann der Auslandseinsatz der United Nations in Somalia UNOSOM II. Das 2. Kontingent des Deutschen Unterstützungsverbandes in Belet unter Führung von Oberst Kammerhoff umfasste damals über 400 Gebirgssoldaten, von denen auch heuer wieder einige aktive und ehemalige den Weg zum Tag der Gebirgssoldaten gefunden hatten. Seitdem befindet sich die Gebirgstruppe ununterbrochen im Auslandseinsatz und nahm an allen Einsätzen der Bundeswehr, die Soldaten des Heeres umfassten, teil. Von Bosnien-Herzegowina über Kroatien, Kosovo, Afghanistan bis hin zu Mali war die deutsche Gebirgstruppe nicht nur dabei, sondern mittendrin. Der Kommandeur, selbst viermal im Einsatz und Träger des Ehrenkreuzes für Tapferkeit hob dabei heraus, dass sich Gebirgssoldaten der Bundeswehr durchgehend und nachhaltig bewährt haben. So seien fünf Gebirgsjäger mit der höchsten militärischen Auszeichnung der Bundeswehr für Tapferkeit und fast vierhundert mit der Einsatzmedaille Gefecht ausgezeichnet worden. Leider habe die Gebirgstruppe der Bundeswehr aber auch Gefallene zu beklagen.

Dies zeige, dass 25 Jahre Einsatz dabei Treiber weitgehender Veränderungen des gesellschaftlichen Umgangs mit Auslandseinsätzen, aber auch von Ausrüstung und Aufträgen der Truppe sind.

Auszeichnung der besten Heeresbergführer und Heereshochgebirgs-spezialisten

Während des Appells zeichneten der Brigadekommandeur und der Präsident des Kameradenkreises der Gebirgstruppe, Oberst a.D. Hans Sahm, die frisch ausgebildeten Heeresbergführer und Hochgebirgsspezialisten mit dem Bestpreis des Kameradenkreises der Gebirgstruppe aus. Beide Lehrgänge werden binational vom österreichischen Kommando Gebirgskampf in Saalfelden und dem Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf in Mittenwald durchgeführt.  „Die Gebirgstruppe braucht Sie. Ihre persönliche Einsatzbereitschaft, Ihr Vorbild, Ihr Geschick in den Bergen und ihre Fähigkeit als Führer sind Kern der Gebirgstruppe“, gab Oberst Sembritzki den Ausgezeichneten auf den Weg. Von den drei neuen Heeresbergführern sicherte sich ein Hauptfeldwebel vom Kommando Spezialkräfte den geschnitzten Gebirgsjäger, der jährlich als Wanderpokal weitergereicht wird. Bester Heereshochgebirgsspezialist wurde Hauptfeldwebel Christian Tschakert vom Sanitätsunterstützungszentrum Bad Reichenhall.

Gedenkgottesdienst am Hohen Brendten

Als nächster Programmpunkt folgte um 14 Uhr der Gedenkgottesdienst für die Gefallenen der Gebirgstruppe und alle Opfer von Krieg, Terror und Gewalt am Ehrenmal auf dem Hohen Brendten. Bevor der katholische Militärpfarrer Norbert Sauer den Feldgottesdienst zelebrierte, hielt Generalmajor a.D. Walter Spindler als diesjähriger Gastredner eine Ansprache, in der er die veränderte globale Sicherheitslage thematisierte und zum Nachdenken anregte, ob Deutschland nicht mehr Verantwortung übernehmen müsse. Oberst a.D. Sahm nutzte als Präsident des Kameradenkreises die Gelegenheit, um auf eine neu errichtete Tafel am Ehrenmal hinzuweisen, auf der die Hintergründe und die historische Einordnung des Denkmals niedergeschrieben sind: „Diese Tafel soll für jedermann ersichtlich zeigen, dass am Ehrenmal allen Opfern von Krieg, Terror und Gewalt gedacht wird und Spekulationen wider besseres Wissen vorbeugen.“

Am Gottesdienst nahmen neben Mitgliedern des Kameradenkreises auch aktive und ehemalige Soldaten, Vertreter der Politik, Reservistenkameradschaften, sowie Soldaten-, Krieger- und Veteranenvereine mit ihren Fahnenabordnungen teil. Musikalisch umrahmt wurde der Feldgottesdienst ebenfalls von der Militärmusik Tirol. Zahlreiche Würdenträger und militärische Verbände legten vor dem Ehrenmal ihre Kränze nieder und zeigten somit ihre Verbundenheit mit den Gefallenen.

Ein gelungener Tag mit gegenseitigem Austausch

Den Abschluss des Tages der Gebirgssoldaten bildete ein Kameradschaftsabend in der Edelweiß-Kaserne, bei dem sich aktive und ehemalige Soldaten bei lebhaften Gesprächen über ihre Erfahrungen austauschten. Auch einige Teilnehmer am ersten Auslandseinsatz der Gebirgstruppe waren gekommen und schilderten ihre persönlichen Eindrücke aus Somalia.


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