23.02.2018, 12:02 Uhr

Zweistellige Minusgrade erwartet Bergwacht-Region warnt vor bevorstehender Kältewelle

(Foto: BRK BGL)(Foto: BRK BGL)

Bergsteiger sollten in den kommenden Tagen alpine Unternehmen vernünftig planen und nicht ohne erforderliche Ausrüstung durchführen.

LANDKREISE BGL/TS Aufgrund der fürs Wochenende angekündigten Kältewelle mit zweistelligen Minusgraden warnt die Bergwacht-Region Chiemgau alle Winterbergsteiger und Skitourengeher, alpine Unternehmen in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen nicht ohne die richtige Schutzkleidung, Ausstattung und Notfall-Ausrüstung durchzuführen und vor allem vernünftig zu planen – dazu gehören eine gesunde Selbsteinschätzung des eigenen Könnens, die Schnee- und Wetter-Verhältnisse richtig zu bewerten und bei einem Zwischenfall auch für einige Zeit biwakieren zu können, damit der Frost nicht lebensgefährlich wird – denn abseits der Piste kann es dauern, bis Hilfe eintrifft, wenn zum Beispiel ein Hubschrauber wegen Nebel nicht fliegen kann.

„Zur Notfall Ausrüstung gehört deshalb vor allem auch ein voll aufgeladenes Handy mit Ersatz-Akku, das kälteisoliert möglichst körpernah mitgeführt wird, damit die Rettungskette sofort in Gang gesetzt werden und von uns auch der Standort der Verunfallten bestimmt werden kann“, betont Regionalleiter Dr. Klaus Burger, der hofft, dass sich durch die Warnung der ein oder andere Einsatz vermeiden lässt, denn auch für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte sind Rettungsaktionen bei extremer Kälte sehr belastend und nicht ungefährlich.

Regionalarzt Dr. Christian Freund warnt vor Unterkühlungen oder gar Erfrierungen, denn die Kälte ist vor allem bei Ausdauer-Sportarten eine große Zusatz-Belastung für den Körper - vor allem wenn der Wind geht und man im Aufstieg schwitzt, kühlt man unwahrscheinlich schnell aus, was an den Kräften zehrt. „Bergsteiger sind dann plötzlich irgendwo im Hochgebirge völlig erschöpft, brechen zusammen und kommen aus eigener Kraft nicht mehr ins Tal.“ Speziell im Gesicht, aber auch an den Extremitäten wie Fingerspitzen, Zehen, Nase oder Ohren sind auch Erfrierungen möglich.

Wer trotz der extremen Kälte in den kommenden Tagen am Berg unterwegs ist, sollte neben der Notfall-Ausrüstung für Lawinen-Unfälle (Verschütteten-Suchgerät, Sonde, Schaufel, Airbag-Rucksack) auch kälte- und windisolierende Schutz-Kleidung, Wechselwäsche, heiße Getränke, ein aufgeladenes Handy und Not-Biwak-Material (Biwaksack, Aludecken) dabei haben, um für alle Fälle gerüstet zu sein.


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