23.01.2018, 16:14 Uhr

Erschütternde Bluttat Mordanklage gegen den Messerstecher von Prien

(Foto: M. Kolpe)(Foto: M. Kolpe)

Vor den Augen ihrer Kinder: Ein Muslim (30) soll eine Afghanin erstochen haben. Die Bluttat erschütterte Ende April 2017 das beschauliche Prien am Chiemsee. Das Tat-Motiv soll ihre Konvertierung zum Christentum sein.

TRAUNSTEIN/PRIEN. Das war passiert: Eine Messerattacke schockierte Ende April 2017 die Menschen in Prien am Chiemsee. Der Angeklagte, ein 30-jähriger Afghane, soll der vierfachen Mutter vor dem Lidl-Markt aufgelauert haben, als sie ihre Einkäufe in einem Fahrradanhänger verstaute. Von hinten habe er sie gepackt und die 38-Jährige mit insgesamt 16 Messerstichen malträtiert. Die fünf und elf Jahre alten Kinder des Opfers mussten mit ansehen, wie der Afghane ihre Mutter erstach. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus erlag die 38-Jährige ihren schweren Verletzungen.

„Warum sollte ich jemanden umbringen?“, fragte der wegen Mord angeklagte Afghane den Vorsitzenden Richter Erich Fuchs. Er könne sich nicht erinnern, die 38-jährige Landsfrau vor dem Lidl-Supermarkt in Prien am Chiemsee erstochen zu haben, sagte der Muslim beim Prozessauftakt am 23. Januar vor dem Traunsteiner Amtsgericht. Kurios: Nur wenige Minuten davor hatte er eingeräumt, eine Sünde begangen zu haben. Er sei sogar damit einverstanden, für seine Tat mit dem Leben zu büßen.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat der Muslim die Afghanin ermordet, da sie selbst zum Christentum konvertiert war, und ihn ebenfalls von einer Konvertierung überzeugen wollte. Die Frau pflegte einen westlichen Lebensstil, engagierte sich in der Priener Kirchengemeinde.

Bluttat geschah zwei Wochen vor Ausreise

Nur zwei Wochen nach der Tat hätte der Afghane ausreisen sollen, für Mitte Mai war seine Abschiebung geplant.

Das Gericht in Traunstein hatte während der Verhandlung versucht, die Lebensgeschichte des Mannes zu rekonstruieren. Ein Gutachter legte dar, dass die Kindheit und Jugend des Angeklagten mit Bürgerkrieg, tödlicher Rache und Familienfehden geprägt sei. Sein Vater betreibe einen großen landwirtschaftlichen Betrieb in Afghanistan, während sein Onkel ein bekannter Warlord mit eigener Hubschrauberflotte und Kampfjets sei. Da der 30-jährige Angeklagte seinen Beruf verlor und in Familienfehden verwickelt war, entschloss er sich, nach Europa zu gehen. Über die Balkanroute gelangte der Afghane 2013 nach München, Ende des Jahres kam er nach Prien am Chiemsee.

Nach dem Prozessauftakt am Dienstag, 23. Januar, sind weitere vier Verhandlungstermine angesetzt. Das Wochenblatt wird sowohl online als auch in der Printausgabe, am Mittwoch, 31. Januar, ausführlich über den Mordprozess berichten.


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