11.12.2017, 13:48 Uhr

Schleusung aus purer Menschlichkeit? Bundespolizei stoppt drei mutmaßliche Schleuser

(Foto: Bundespolizei)(Foto: Bundespolizei)

Die Bundespolizei hat am Wochenende, 9./10. Dezember, bei Grenzkontrollen auf der Inntalautobahn einen Afghanen, einen Ägypter und einen Italiener festgenommen. Sie werden beschuldigt, mehrere Personen illegal ins Land gebracht zu haben.

KIEFERSFELDEN Einer der mutmaßlichen Schleuser hatte angeblich aus purer Menschlichkeit gehandelt. Ein anderer wollte sich schlichtweg verfahren haben.

Sonntagnacht stoppten Bundespolizisten an der Kontrollstelle bei Kiefersfelden einen Pkw mit deutschen Kennzeichen. Der 31-jährige Ägypter am Steuer des Mietwagens konnte sich wie sein italienischer Beifahrer ordnungsgemäß ausweisen. Die beiden Insassen im Fond des Wagens hatten jedoch keine Dokumente für den geplanten Aufenthalt in der Bundesrepublik dabei. Laut eigenen Angaben handelt es sich um eine 26-jährige Ägypterin mit ihrer sechs Jahre alten Tochter. Alle vier Personen wurden wegen des Verdachts einer Schleusung beziehungsweise der unerlaubten Einreise zur Rosenheimer Dienststelle gebracht. Dort äußerte die Frau ein Schutzersuchen und wurde gemeinsam mit ihrem Kind an die zuständige Aufnahmeeinrichtung weitergeleitet.

Der ägyptische Fahrer behauptete in der Vernehmung, alle anderen Personen, die im Auto saßen, unterwegs ganz zufällig kennengelernt zu haben. Sein Begleiter, der ebenfalls ursprünglich aus Ägypten stammt, sagte hingegen, dass man der jungen Mutter und ihrer Tochter aus reiner Menschlichkeit geholfen habe, nach Deutschland zu gelangen. Die beiden Männer erwartet ein Strafverfahren wegen Einschleusens von Ausländern. Zudem musste der Italiener auf Anordnung der zuständigen Staatsanwaltschaft hin 500 Euro zur Sicherung des Strafverfahrens hinterlegen, bevor er die Bundespolizeiinspektion wieder verlassen durfte.

Ein weiteres Auto, zugelassen in Österreich, wurde ebenfalls auf der A93 einer Grenzkontrolle unterzogen. Der afghanische Fahrzeugführer hatte die erforderlichen Papiere für die Einreise in die Bundesrepublik dabei. Die Mitreisenden auf der Rücksitzbank, beide Afghanen, waren ohne oder nur mit unzureichenden Dokumenten unterwegs. Sie behaupteten, nur versehentlich in Deutschland gelandet zu sein. Den 23 und 26 Jahre alten Männern wurde die Einreise verweigert. Unmittelbar nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen mussten sie das Land wieder verlassen. Gegen den Fahrer ermittelt die Bundespolizei wegen Schleuserei.


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