24.11.2017, 11:51 Uhr

Fette Beute Polnisches Pärchen mit 78.000 Stück unverzollter Zigaretten aufgeflogen

(Foto: Nein)(Foto: Nein)

Das Ehepärchen wurde wegen gewerbsmäßigen Schmuggels nach der Abgabenordnung zur Anzeige gebracht. Beide mussten die Nacht in den Arresstzellen in Piding verbringen und werden im Laufe des Folgetags dem zuständigen Richter zur Klärung der Haftfrage vorgeführt.

NEUKIRCHEN Ein nicht alltäglicher Aufgriff gelang den Fahndern der PI Fahndung Traunstein am Donnerstagmittag. Ein Ehepärchen versuchte fast 80.000 Stück unverzollter Zigaretten ins Land zu schmuggeln. Dabei zeigten sie ein äußerst proffessionelles Vorgehen.

Ins Visier der Schleierfahnder aus Piding geriet am Donnerstag in den Mittagsstunden ein polnischer Pkw, welcher auf der A8 in Richtung München unterwegs war. Bei dem Fahrzeuglenker handelte es sich um einen 39-jährigen Mann und dessen 40-jährige Ehefrau. Bei beiden handelt es sich sowohl um rumänische als auch ukrainische Staatsbürger. Als Grund für ihre Reise gaben sie an, auf Arbeitssuche und deshalb auf dem Weg von Rumänien nach Spanien zu sein.

Trotz des „normalen“ äußeren Eindrucks, welchen das Pärchen machte und der augenscheinlich plausiblen Erklärung, hatten die Beamten Zweifel an der Richtigkeit dieser Angaben. Deshalb entschloss man sich, den Pkw samt Insassen auf der Dienststelle in Piding/Urwies genauer unter die Lupe zu nehmen.

Und einmal mehr sollte sich der Fahndungsinstinkt der Pidinger Schleierfahnder als richtig bewahrheiten - nachdem aufgrund von Unstimmigkeiten die Heckstoßstange des Pkw demontiert wurde, kam ein Zugang zu einem nachträglich professionell verbauten Schmuggelversteck ans Tageslicht. Darin befanden sich hunderte Schachteln Zigaretten.

Im weiteren Verlauf der Durchsuchung wurden sowohl durch die Schleierfahnder, als auch durch hinzugezogene Beamte der Kontrolleinheit Verkehr des Zolls noch zahlreiche weitere Schmuggelverstecke aufgefunden - alle randvoll gefüllt mit Zigaretten. Herkunftsland der Zigaretten dürfte wohl die Ukraine gewesen sein.

Ein Vergleich der Tabakpreise in Deutschland mit denen in der Ukraine macht deutlich, weshalb Kriminelle versuchen, sich auf diese Weise zu berreichern. Während in Deutschland der Preis pro Schachtel mittlerweile bei über sechs Euro liegt, geht diese in der Ukraine noch für unter einen Euro über die Ladentheke. Bei der hier aufgefundenen Menge beträgt somit der ungefähre Preisunterschied stattliche 20.000 Euro. Selbst wenn das Schmugglerpärchen die Zigaretten zum „Sonderpreis“ weiterverkauft hätte, wäre wohl ein 5-stelliger Gewinn drin gewesen.

Die weitere Sachbearbeitung übernahm im Anschluss zuständigkeitshalber das Zollfahndungsamt in München. Das Ehepärchen wurde wegen gewerbsmäßigen Schmuggels nach der Abgabenordnung zur Anzeige gebracht. Beide mussten die Nacht in den Arresstzellen in Piding verbringen und werden im Laufe des Folgetags dem zuständigen Richter zur Klärung der Haftfrage vorgeführt.


0 Kommentare