03.02.2020, 09:44 Uhr

Blind dem Navi gefolgt Große Vermisstensuche im Arbergebiet

(Foto: Bergwacht Passau / Dreisessel)(Foto: Bergwacht Passau / Dreisessel)

Vermisstes Kind und vermisster Erwachsener nach großer nächtlicher Suchaktion im Arbergebiet aufgefunden.

BODENMAIS Am Freitagabend gegen 23.30 Uhr wurden die Polizeiinspektionen Zwiesel und Regen von der tschechischen Polizei darüber informiert, dass zwischen Bodenmais und dem Großen Arber ein Unfall passiert sein soll.

Nachdem zunächst kein Unfall festgestellt werden konnte, wurden weitere Erkundigungen durchgeführt. Hierbei konnte über die Bundespolizei Zwiesel in Erfahrung gebracht werden, dass ein auswärtiger Pkw-Fahrer blind den Anweisungen seines Navigationsgerätes gefolgt und von der Staatsstraße 2136 auf die gesperrte Arberhochstraße abgebogen war.

Trotz matschiger Straßenverhältnisse, größeren spiegelglatten Eis- und beginnenden Schneeflächen, fuhr der osteuropäische Autofahrer so lange weiter, bis er schließlich gegen 16 Uhr im tiefen Schnee stecken blieb und in den Straßengraben rutschte.

Danach begann eine Odyssee, bei der die fünf im Auto befindlichen Familienmitglieder zunächst verzweifelt selbst versuchten, ihr Fahrzeug mittels eines Abschleppdienstes bergen zu lassen. Der verständigte Abschlepper konnte aber auf Grund der Straßenverhältnisse nicht bis zu dem havarierten Pkw vordringen. Daraufhin machten sich die Eltern auf und fuhren mit einem Taxi in ihr Wochenenddomizil in Tschechien weiter. Die drei Söhne der Familie, darunter ein zwölfjähriges Kind, machten sich zu Fuß auf den Weg in Richtung Arbergipfel. Nach etwa zwei Kilometern Fußmarsch verlor schließlich einer seine zwei anderen Brüder aus den Augen. Er versuchte sie zwar wieder zu finden, doch es gelang ihm nicht. Nach einem größeren Fußmarsch und einer Taxifahrt gelangte aber auch er schließlich in die gebuchte Pension in Tschechien. Erst danach wurde schließlich die Polizei in Tschechien verständigt.

Nach dem Bekanntwerden dieses Sachverhalts und ersten Ermittlungstätigkeiten war davon auszugehen, dass sich die beiden vermissten Brüder noch in den Wäldern des Arbergebiets aufhalten mussten. Da sie ohne Licht in völliger Dunkelheit und ohne Handy unterwegs waren, wurde bei gefühlten Temperaturen um den Gefrierpunkt von der Polizeiinspektion Regen gegen 2 Uhr eine groß angelegte Vermisstensuche eingeleitet, zu der auch ein Polizeihubschrauber angefordert worden ist.

Da sich zwischenzeitlich aber die Witterungsverhältnisse durch Nebel im Suchgebiet erheblich verschlechterten, musste der Hubschraubereinsatz aus Sicherheitsgründen schließlich abgebrochen werden. Aus diesem Grund mussten die zahlreich alarmierten Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr Bodenmais mit der Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung, des BRK Regen mit der Unterstützungsgruppe Sanitätsdienst, der Bergwachten Zwiesel, Arnbruck, Ruhmannsfelden, Cham, Lam mit dem Einsatzleiter Bergwacht, zwei Streifenbesatzungen der Polizeiinspektion Regen und einer Streife der Polizeiinspektion Zwiesel und sogar der Radarstation der Bundeswehr auf dem Großen Arber, zu Fuß und den ihnen zur Verfügung stehenden Fahrzeugen nach den Vermissten suchen.

Nachdem die gesamte Nacht durch großflächig der gesamte Einsatzbereich erfolglos abgesucht worden ist, wurde gegen 5.15 Uhr die Suche eingestellt. Gegen 5.50 Uhr ging dann aber doch noch die Erfolgsmeldung ein, dass Bergwachtkräfte die beiden Vermissten auf ihrem Rückweg in der Nähe der Arberseewand aufgefunden hätten.

Da die beiden leicht unterkühlten und entkräfteten Brüder auch dort erst mit einer großen Gemeinschaftsaktion der Bergwachten geborgen werden mussten, fand der Großeinsatz schließlich erst gegen 8 Uhr sein glückliches Ende.

Die beiden Brüder wurden nach einer ersten Untersuchung durch das BRK, unverletzt an ihre Eltern übergeben.


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