24.01.2019, 14:50 Uhr

Kreisbrandrat Keilhofer Region war weit entfernt von einer Schneekatastrophe

(Foto: Wolfgang Mühlbauer)(Foto: Wolfgang Mühlbauer)

Hauptversammlung der Bodenmaiser Wehr – Hohe Auszeichnung für Georg Drexler.

BODENMAIS Das Verwenden eines Mikrofons lehnte Thomas Müller beim Vortragen seines Rechenschaftsberichtes ab, da er ja gedient hatte, wie der Kommandant der Freiwlligen Feuerwehr Bodenmais bekannte. Da entgegnete ihm Bürgermeister Joachim Haller, das wäre ja so, wie wenn man sagen würde: „Wer mit einem Feldwebel verheiratet ist, braucht keine Wehrübung“. Diese amüsante Szene ließ nicht über den Ernst der 149. ordentlichen Generalversammlung hinwegtäuschen.

Der Kommandant behielt die militärische Stimmlage, der Bürgermeister dagegen schlug einen milderen Ton an, beide bezogen sich aber auf das Gleiche: Viel Lob, was die Arbeit der Feuerwehrleute anbelangte. Und auch von Kreisbrandrat Hermann Keilhofer gab es anerkennende Worte, nach dem der Kommandant von 50 Einsätzen berichtete, die sich in 14 Brandeinsätze, 32 technische Hilfeleistungen, zwei Sicherheitswachen und zwei sonstige freiwillige Tätigkeiten gliedern. Insgesamt waren damit 1056 Helferstunden im Dienst an der Allgemeinheit zu verzeichnen. Dazu kamen noch 16 Übungen am Standort und etliche Übungen mit den Nachbarwehren.

Den Auftakt nahm der traditionelle Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche, den Pfarrvikar Janusz Kloczko zelebrierte, die Fürbitten trug 2. Kommandant Josef Göstl vor. Vorsitzender Xaver Drexler zur Generalversammlung im Hotel Hofbräuhaus neben den zahlreich erschienenen Feuerwehrleuten besonders herzlich Bürgermeister Joachim Haller, dessen Stellvertreter, Ehrenkommandant und Ehrenvorsitzenden Hans Sturm, Kreisbrandrat Hermann Keilhofer, Jugend-Kreisbrandmeister und Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden Martin Sterl, Kreisbrandmeister Heinrich Mühlbauer, Ehrenkreisbrandmeister Max Zelzer, Ehrenmitglied Georg Drexler, Ehrenbürger Willy Andres, eine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Schweinhütt, Polizeiinspektionsleiter i. R. Ludwig Weikl, die Bereitschaftsleiter Markus Brunner und Mareike Wenzl vom BRK Bodenmais, die Markträte Max Kuchler, Fritz Haller, Reinhard Andres, Josef Saller, Renate Fritz und Georg Bauer sowie Oberministrant Tobias Krenn willkommen heißen. Im Totengedenken wurde an Alois Wolf, Johann Bauer, Johann Seider, Josef Stockinger, Josef Englmeier, Horst Bergmann, Franz Brem. Josef Brem, Günther Heímerl, Peter Kellermeier, Johann Drexler, Adolf Muhr, Erich Brem, Ewald Weikl, Karl Voit und Josef Schaffer erinnert.

Wie Schriftführerin Marina Müller informierte, gehören der Bodenmaiser Feuerwehr derzeit 536 Vereinsmitglieder an, davon leisten 75 Kameradinnen und Kameraden aktiven Dienst. Die Vereinsstatistik bestimmen außerdem die 16 Sterbefälle und elf Vereinszugänge. 25 Feuerwehrleuten wurde zu runden Geburtstagen gratuliert. Bei den fünf Vorstandssitzungen im vergangenen Jahr wurde ausschließlich über das bevorstehende 150jährige Gründungsjubiläum gesprochen. Im Juni 2020 steht dann das große Fest an. Neben den kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen und Ereignissen wurden die Gartenfeste der Nachbarwehren, die Fahrzeugweihen in Oberried und Schweinhütt und das TC-Starkbierfest bei Joska besucht sowie am Maibaumaufstellen und an der Geburtstagsfeier von Hans Sturm teilgenommen. Außerdem unternahmen die Feuerwehrler einen dreutägigen Vereinsausflug nach Schladming. Eine Abordnung der Vorstandschaft und Führungsdienstgrade war Frühjahrsdienstversammlung in Geiersthal vertreten. Neben dem Sommerfest fand ein Ehren- und Kameradschaftsabend im Gasthaus Zum Rechen statt. Beim Bürgerschießen des EC Kronberg konnte eine Mannschaft der FFW Bodenmais den zweiten Platz im kleinen Finale belegen. Mitglieds- und Sterbekassenbeiträge, Sommerfest-Erlös und Spenden bilden die größten Einnahmeposten. Viel wurde in den Feuerwehrbedarf investiert, weiter Kosten fielen bei den Festbesuchen, durch Ehrungen, Geburtstage, bei Beerdigungen und im Geschäftsverkehr. Genauen Aufschluss darüber gab Kassier Michael Ronsberger, dessen Bericht von einer soliden Kassenführung zeugt. In diesem Zusammenhang dankte der Schatzmeister seinem Stellvertreter Thomas Weigert und Georg Drexler, der die Beerdigungskasse führt. Michael Schreiner hatte mit Fritz Haller die Finanzen geprüft und konnte dem Schatzmeister eine mustergültige Führung bescheinigen.

Aus 21 Einsatzkräften besteht nach den Worten ihres Leiters Josef Gösrl die Atemschutzgruppe der Bodenmaiser Feuerwehr, bei fünf Kräften steht jedoch noch eine erforderlich Untersuchung aus. Tobias Bierl, Florian Holzer und Nico Saller sind neue Atemschutzgeräteträger, zwei Kräfte sind gesundheitsbedingt ausgeschieden, bei zwei Kräften erfolgte kein Übungsbesuch, daher auch keine Zulassung für den Einsatz. Im Einsatz war die Gruppe bei Fahrzeugbränden auf der Klause und im Rißloch, sechsmal gab es BMA-Alarme, kein Eingreifen war bei einem Brand in der Asylunterkunft in Teisnach und bei einer Explosion in Langdorf nötig. Der Atemschutzleiter und 2. Kommandant berichtete außerdem über zehn Übungen unter anderem BTK im Betonwerk Zankl. Michael Treml und Tobias Bergmann sammelten Erfahrungen im Brandhaus der Staatlichen Feuerwehrschule in Würzburg. Der neue Jugendwart Christoph Göstl sprach in seinem ersten Rechenschaftsbericht von einem turbulenten und erfolgreichen Jahr, zumal sich Abläufe erste einspielen mussten und manche Änderung nicht bei jedem Anklang fand. Die Jugendfeuerwehr Bodenmais zählt aktuell elf Mitglieder, zwei Damen und neun Männer. 16 Übungen und 451 Stunden konnten verzeichnet werden. Erstmals hatte die Gruppe eine „Christbaumsammel-Aktion“ durchgeführt. Sofia Reisinger ist im Kreisjugendfeuerwehrverband vertreten und wurde zur Sprecherin der Jugendfeuerwehren im Landkreis Regen gewählt. Mit zehn Jugendlichen und vier Betreuern wurde an der Großübung der Jugendfeuerwehren in Niederndorf teilgenommen. Als Highlight bezeichnete Jugendwart Christoph Göstl das Sommer-Zeltlager gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr Oberried auf der Schareben. Als weitere Neuerung nannte er die Verleihung der Jugendflammen und der Abzeichen für den Wissenstest. „Die Jugendlichen haben sich eine Verleihung vor versammelter Mannschaft redlich verdient“, konstatierte Christoph Göstl

Nicht unerwähnt ließ Kommandant Thomas Müller in seinen Ausführungen den Umbau des Gerätehauses, der im Frühjahr 2018 begann und forderte ebenso mit dem Einbau der Schlauchwaschanlage ihm Bemühen nicht nachzulassen und an einem Strang zu ziehen. „Auch die letzten Tage gingen nicht spurlos an uns vorbei, der heftige Wintereinbruch machte uns allen zu schaffen“, blickte der Kommandant zurück. Drei Tage lang war die Wache ständig besetzt, alle Aufträge, die nicht nur von der Leitstelle, sondern auch von Polizei und Mitbürgern kamen, wurden abgearbeitet. „Mir sind allerdings alle diese Formulierungen eine Nummer zu großartig“, meinte Thomas Müller im Blick auf die lobenden Worte, der auch betonte, dass sich die Bodenmaiser Feuerwehr gegenwärtig in einem „guten Fahrwasser“ befinde. Außerdem werden die Beziehungen zu den Nachbarwehren gepflegt,“ denn eine funktionierende Zusammenarbeit bleibt der entscheidend wichtigste Teil unserer Pflichten“. Unproblematisch sah es Bürgermeister Joachim Haller, „wenn wir für die technische Ausrüstung der Wehr kräftig investieren“. Mehr als eine Million Euro werde nun in Gebäude und Ausstattung gesteckt. „Wir sind sehr glücklich euch zu haben, wir machen was möglich ist“. Deutlich Klartext sprach Kreisbrandrat Hermann Keilhofer vor „einer der größten und leistungsstärksten Feuerwehren im Landkreis Regen, welche die Geschlossenheit stärkt“. Der Kreisbrandrat bekundete seine Vorfreude zum 150jährigen Gründungsfest der Bodenmaiser Feuerwehr im Juni 2020, räumte aber auch ein: „Meine Tage sind gezählt und viele Nachfolger machen sich bemerkbar, mit mir müsst ihr noch vier Jahre Vorlieb nehmen“. Hermann Keilhofer bescheinigte der FFW Bodenmais einen hervorragenden Ausbildungs- und Ausrüstungsstand. „Leut`es is Winter“, habe er in den vergangenen Tagen ob der förmlich ausgebrochenen Hysterie einer Schneekatastrophe, „von der wir sehr weit entfernt waren“, häufig sagen müssen. Andernorts habe ein „Katastrophen-Tourismus“ mit einer gewissen medialen Steuerung eingesetzt, bevölkert von zahlreichen Schaulustigen, die nicht selten Einsatzkräfte behinderten. „Ich glaube wir haben 500 bis 600 Festmeter an Holz gemacht“, so der Kreisbrandrat über die Auswirkungen in der Region, die ein Gespräch mit allen Verantwortlichen im Landratsamt Regen nach sich ziehen wird.

Jugend-Kreisbrandmeister Martin Sterl übernahm als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Regen die Ehrung eines verdienten Feuerwehrmannes und auch die Auszeichnung des Feuerwehr-Nachwuchses. Der 79jährige Georg Drexler hat sich in besonderem Maße um das Feuerwehrwesen verdient gemacht, bekleidete verschiedenen Funktionen innerhalb der Bodenmaiser Feuerwehr, leistete jahrzehntelang aktiven Dienst, war Vertreter der passiven Mitglieder und übernimmt der Hauptlöschmeister bis heute die Geburtstagsbesuche und die Auszahlung der Sterbegelder an die Angehörigen von verstorbenen Mitgliedern. Georg Drexler, allseits als „Spez“ bekannt, trat im Jahr 1956 als 17jähriger der Wehr bei und wurde 2005 zum Ehrenmitglied ernannt. Martin Sterl überreichte ihm nun die Ehrennadel in Gold des Kreisfeuerwehrverbandes Regen, Urkunde und Auszeichnung nahm der Geehrte sichtlich gerührt entgegen. „Mir kimma ned dahoam bläm, wenn`s Pfäfferl gejht“ so die beständige Motivation des Geehrten. Nachhaltig hat er die Belange der Feuerwehr unterstützt und gilt als Vorbild für den FFW-Nachwuchs.

Ehrungen und Auszeichnungen:

Jugendflamme Stufe 1:

Georg Bauer jun., Severin Fellermeier und Fabian Robl

Jugendflamme Stufe 2:

Bastian Mühlbauer, Toni Plasek, Sofia Reisinger, Leon Riedel, Laura Riedel, Michael Saller jun. und Lucas Weber

Wissenstest Stufe 2:

Georg Bauer jun., Severin Fellermeier, Bastian Mühlbauer, Sofia Reisinger, Leon Riedel, Laura Riedel, Fabian Robl und Michael Saller jun.

Wissenstest Stufe 4:

Angelo Vido und Toni Plasek

Modulare Truppausbildung:

Nico Saller und Florian Holzer

Urkunde und Ärmelstreifen für 30jährige aktive Dienstzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Bodenmais wurde an Michael Saller sen. überreicht.


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